Die Katholikenzahl in Österreich ist im letzten Jahr erneut zurückgegangen. Das teilte die Bischofskonferenz am heutigen Mitwoch mit.

Ein Hauptgrund ist der Kirchenaustritt: Insgesamt verließen im Jahr 2022 über 90.000 Personen die Kirche. Das sind fast 19.000 Menschen mehr als 2021. 

"Für die aktuell hohen Austrittszahlen dürften bei vielen Menschen eine Distanz zur Kirche ausschlaggebend sein, die durch die Pandemie in den vergangenen Jahren größer geworden ist", heißt es dazu bei der Bischofskonferenz

Weitere Faktoren sei das Verhältnis von Taufen zu Sterbefällen und von Zuzügen zu Wegzügen.

Im gleichen Zeitraum wurden 4.449 Personen in die Kirche wieder — oder neu — aufgenommen.

Laut den Statistiken der Diözesen gab es mit Stichtag 31. Dezember 2022 in Österreich 4,73 Millionen Katholiken. Das entspricht einem Rückgang von 1,96 Prozent. 

Zum Vergleich: Die offizielle Bevölkerungszahl war laut "Statistik Austria" am 1. Oktober 2022 auf über neun Millionen Einwohner gewachsen.

Die Zahl der in Österreich wirkenden Priester beträgt laut der aktuellen Kirchenstatistik 3.425. Damit ist die Zahl der Priester gegenüber 2020 um 123 Geistliche zurückgegangen.  

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Die Gesamtzahl für 2021 setze sich aus 1.740 Diözesanpriestern, 441 ausländischen Priestern und 1.244 Ordenspriestern zusammen.  

Ebenfalls rückläufig ist laut der neuen Statistik die Zahl der Ordensleute und Diakone. 

Gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr dagegen die Zahl der Eheschließungen und Taufen: Diese mussten während der Beschränkungen der Pandemie oft verschoben werden.