Bischof Franz Jung hat in seiner Predigt zum Pfingstfest für Reformen in der Kirche geworben. Er glaube, die Kirche sei reformierbar.

Diese Überzeugung „habe ihn dazu ermutigt, Missstände offen und ohne falsche Rücksichten anzuprangern“, fasste das Bistum Würzburg die Predigt des Oberhirten zusammen. „Diese Kritik entspringe der Haltung der Loyalität zur Kirche und nicht einem Kirchenhass, der ihre Vernichtung sehen möchte.“

Wörtlich sagte Jung: „Es ist das Werk des Heiligen Geistes, der uns davor bewahrt, uns vorschnell zur Ruhe zu setzen und anstehende Reformen auszusitzen oder zu verschieben.“

Beim Synodalen Weg stimmte Jung regelmäßig mit der Mehrheit, die massive Reformen der überlieferten kirchlichen Lehre forderte – von weiblichen Diakonen bis hin zu einer Kehrwende in der biblisch begründeten Sexualmoral.

In seiner Predigt verwies der Bischof indes darauf, dass Veränderung der Kirche zunächst immer die eigene Umkehr bedeute: „Die Heiligen waren fest davon überzeugt, dass ein glaubwürdiges Beispiel mehr bewirkt als der Kampf gegen Strukturen und Lehren.“

„Ich wünsche uns allen am heutigen Pfingstfest, dass der Geist uns dazu anhält, mit der Kirche zu fühlen, mit ihr zu leiden, aber auch mit ihr für ihre Erneuerung zu streiten und zu beten, vor allem aber bei ihr zu bleiben und ihr gerade in der Krise die Treue zu halten“, sagte Jung.