Einige katholische Heilige werden jetzt auch in der russisch-orthodoxen Kirche verehrt

Die russisch-orthodoxe Kathedrale von Berlin
Nico78 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Zahlreiche Gestalten der damals noch ungeteilten Kirche, „die in den deutschen Landen erstrahlt sind“, die also auf deutschem bzw. germanischem Territorium lebten und in der katholischen Kirche als Heilige verehrt werden, sind am 23. August 2023 von der „Heiligen Synode der Russisch-Orthodoxen Kirche“ in den „Kanon der Synaxis der Heiligen“ aufgenommen worden. Somit werden diese katholischen Heiligen auch im russisch-orthodoxen Kalender als Heilige verehrt.

Als Gedächtnistag wurde der 20. September bzw. der 3. Oktober festgelegt, sofern dieser Tag auf einen Sonntag fällt, oder aber der dem 20. September bzw. dem 3. Oktober nächstgelegene Sonntag.

Folgende Namen wurden in den „Kanon der Synaxis der Heiligen“, die „im deutschen Lande erstrahlt sind“, aufgenommen: Märtyrerbischof Bonifatius, Erzbischof von Mainz, Erleuchter Deutschlands (754 n. Chr.); Märtyrerbischof Aureus, Bischof von Mainz (436 n. Chr.); Märtyrer Mauricius und die Seinen: Gereon, Cassius, Florentius und andere Krieger (ca. 300 n. Chr.); Märtyrerin Afra von Augsburg (304 n. Chr.); Bischof Maximin, Bischof von Trier (347 n. Chr.); Bischof Maternus, erster Bischof von Köln (4. Jh.); Bischof Korbinian, erster Bischof von Freising (725/730 n. Chr.); Bischof Willibrord, Erzbischof von Utrecht (739 n. Chr.); Bischof Burkard, Bischof von Würzburg (753 n. Chr.); Bischof Ansgar, Erzbischof von Hamburg (865 n. Chr.); Lioba von Bischofsheim (728 n. Chr.); Walburga von Eichstätt (779 n. Chr.).

Die Antragsteller der Anerkennung dieser Heiligen, Metropolit Mark von Berlin und Deutschland sowie Erzbischof Tichon von Rusa trugen ihren Plan im Jahr 2018 dem Moskauer Patriarchen Kyrill vor. Auch der Leiter der synodalen Kommission für Heiligsprechungen, Bischof Pankratij von Troizk, unterstützte das Vorhaben.

Zahlreiche Konferenzen um eingehende Überprüfungen waren notwendig. Die Ergebnisse wurden im Februar 2022 der synodalen Kommission für die Heiligsprechungen vorgestellt. Nach weitergehenden Studien stand der „Verehrung der deutschen Lokalheiligen“ nichts mehr im Wege: „Bischof Pankratij berichtete davon, dass deren ‚Kampf [Askese, podvig] und martyrisches Ende keinerlei Zweifeln unterliegt‘.“

Mit Blick auf weitere katholische Heilige sind noch zusätzliche Forschungsarbeiten notwendig, damit auch sie in den russisch-orthodoxen Heiligenkalender aufgenommen werden können.