Bonner Moraltheologe wirbt für sein Fach: Theologie ist „lebensdienlich“

Jochen Sautermeister
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Der Bonner Moraltheologe Jochen Sautermeister hat für sein Fach mit den Worten geworben: „Die Theologie ist also für den Menschen, für Politik, Gesellschaft und Pastoral lebensdienlich.“

Es gebe „in vielen Bereichen unserer Gesellschaft weiterhin einen Bedarf an theologischer Kompetenz, zum Beispiel in der Wirtschaft, in den Medien, in der Kultur oder in der sozialen Arbeit“, sagte der Moraltheologie. „Hier hat die Theologie die Aufgabe, neue Wege zu gehen und neue Studienangebote mit interdisziplinärem und praktischem Zuschnitt zu schaffen, gleichsam aus Tradition für Innovation.“

„Die Theologie ist auch ein ‚kulturelles Laboratorium‘, wie sie ein Dokument des Vatikans vor kurzem bezeichnet hat“, führte Sautermeister im Gespräch mit dem Kölner Domradio aus. „Dazu hat die Theologie im Dialog mit den anderen Wissenschaften und Kulturen zu stehen.“

Dabei stehe die Lehre der Kirche „mit ihren Normen“ „von Anfang an in einem Prozess der Entwicklung und ist nichts Statisches“: „Die kirchliche Tradition schreibt sich in die Zukunft fort. Die Theologie fragt nach den Sinngehalten des Glaubens, sodass der in der heutigen Zeit gelebt werden kann: Was bedeutet Glaube und was ist der Auftrag der Kirche in der Welt von heute?“

Für die Zukunft gelte es, „Anreize zu schaffen, damit wir junge Menschen für die Theologie begeistern und die besten Studierenden für die theologische Forschung und Lehre gewinnen können. Das bedeutet: Berufschancen eröffnen, auch dann, wenn eine wissenschaftliche Karriere am Schluss nicht klappt und man schon viele Jahre mit Promotion und vielleicht auch Habilitation investiert hat.“

„Man sollte auch in der Qualifizierungsphase durch Stipendien Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen, von denen auch junge Familien leben können“, forderte Sautermeister.