Österreichischer Bischof Zsifkovics sieht „konstruktive Mitte“ durch Europawahl gestärkt

Gebäude der Europäischen Union in Straßburg
Artur Roman / Pexels

Bischof Ägidius Zsifkovics von Eisenstadt in Österreich sieht im Zuge der Europawahl die „konstruktive Mitte“ auf dem Kontinent „gestärkt“. Gleichzeitig habe es aber auch „einen Zuwachs auf der rechten Seite gegeben“.

„Eine Stimme für Europa und diese Kräfte sind natürlich jetzt mehr als gefordert, auch in Zukunft für Europa positiv weiterzuarbeiten, damit wir nicht wirklich am Ende gestärkte Ränder haben und die Mitte geschwächt wird“, mahnte der Bischof im Gespräch mit dem Kölner Domradio am Dienstag an. „Ich bin zuversichtlich, denn es gibt eine qualifizierte Mehrheit, die zeigt, dass die konstruktiven Kräfte in Europa für Europa gemeinsam arbeiten wollen.“

Aus der Europawahl in Österreich war die FPÖ als knapper Sieger hervorgegangen. Während die ÖVP rund zehn Punkte gegenüber der Wahl vor fünf Jahren verlor, konnte die FPÖ unter Parteiobmann Herbert Kickl um mehr als acht Punkte zulegen.

Zsifkovics sagte, man solle vor diesem Hintergrund „die Kirche im Dorf lassen“: „Ich glaube, die FPÖ hat hier sehr viele kritische Stimmen versammelt, die einfach ihre Kritik loswerden wollten und sich an Europa irgendwie ‚rächen‘ wollen.“

„Bei den positiven Aspekten ist alles super, was aus Europa kommt“, erläuterte der Bischof. „Aber wenn Dinge nicht funktionieren, dann wird Europa schnell zum Sündenbock. Aber das ist eine Milchmädchenrechnung und wir müssen hier noch mehr – in der Kirche, aber vor allem auch in der Politik – auf die Bedürfnisse und die Anliegen der Menschen eingehen.“

Innerhalb der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE), der Zsifkovics für Österreich angehört, herrsche „insgesamt ein proeuropäisch europäisches Denken“ vor.

„Alle wollen in dieser Bischofskonferenz Europa stärken, weil wir fest an das glauben, was die Gründerväter damit verbunden haben“, sagte der Bischof von Eisenstadt. „Als Christen können wir doch gar nicht anders. Wollen wir wieder zurück in unsere Nationalismen, in unsere kleinkarierte Einfalt? Oder wollen wir die Vielfalt?“

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