Redaktion - Montag, 5. Januar 2026, 9:00 Uhr.
Der Rektor von Santa Maria dell’Anima, der deutschsprachigen „Nationalkirche“ in Rom, hat sich „beeindruckt“ gezeigt vom Heiligen Jahr 2025, das am Dienstag mit der Schließung der Heiligen Pforte im Petersdom offiziell zu Ende geht.
„Ich hatte vorher von Papst Franziskus und den vorbereiteten Dokumenten ungefähr eine Ahnung bekommen, in welche Richtung es gehen würde, das große Thema Hoffnung, die erwarteten Pilgerzahlen, die organisatorischen Vorkehrungen, die Baustellen in der Stadt Rom“, sagte der Priester Michael Max gegenüber Vatican News. „Da waren viele Fragen da.“
„Ehrlicherweise war da am Beginn mehr Skepsis als Hoffnung“, fuhr er fort, aber letztlich sei er „unheimlich dankbar für diese Erfahrung und für die vielen Begegnungen, vor allem bei uns in der Anima, die das Heilige Jahr uns gebracht hat und nach wie vor bringt“.
Die Anima ist die „Nationalkirche“ der Menschen deutscher Sprache in Rom. Sie geht zurück auf die Zeit des Heiligen Römischen Reiches und ist somit nicht gleichzusetzen mit einer rein deutschen „Nationalkirche“, die sich Pilgern bloß aus der Bundesrepublik Deutschland widmen würde. Michael Max, der Rektor, ist Priester der Erzdiözese Salzburg und seit 2020 in Rom tätig.
Unter den Pilgergruppen gab es Max zufolge „die ganze Bandbreite: gleichgültig, neugierig, erwartungsvoll, gut vorbereitet oder überrascht. Aber es ist mir öfter passiert als gedacht, dass auf der Pilgerstraße Via della Conciliazione die Spannung in der Gruppe steigt, mit den Gebeten und den Stationen, mit dem Zugehen auf den Petersdom. Das Durchgehen durch die Heilige Pforte ist immer ein bisschen gedrängt, aber man hat gespürt, es ist tatsächlich für die Menschen etwas Besonderes.“
Auch mit Blick auf die Beichte habe sich das Heilige Jahr bemerkbar gemacht. Es seien „viele gekommen, einige haben auch gesagt, ich war Jahrzehnte nicht mehr beichten und es ist gut, dass ich heute beichten gehen kann – denn morgen möchte ich durch die Heilige Pforte gehen. Dieser Zusammenhang war im Bewusstsein, vielleicht öfter als gedacht. Wie tief das geht, sei dahingestellt. Aber das ist immer so, wenn der Glaube verkündet wird. Ich denke, es sind viele ein bisschen anders nach Hause zurückgekehrt, als sie hergekommen sind.“
Die Heiligen Jahre – das nächste findet wohl 2033 statt, um an das Todesjahr Jesu zu erinnern, das traditionell mit 33 angegeben wird – machten deutlich, „dass Kirche als weltumspannende Gemeinschaft auch eine weltumspannende Botschaft hat und haben darf – eine positive, hoffnungsvolle Botschaft für die Welt“, unterstrich Max. „Von einer großen Gemeinschaft geht ein Signal aus: Wenn wir uns auf das Wesentliche besinnen, auf die Grundlagen unserer Werte und unseres Menschseins, dann kann das aus Verzweckungen, Versklavungen, Ungerechtigkeiten und Gefällesituationen herausführen.“




