Warschau - Montag, 5. Januar 2026, 8:00 Uhr.
Fast zwei Millionen Menschen werden am Dienstag in einer der größten katholischen Veranstaltungen Europas durch die Straßen ziehen: Die Dreikönigsumzüge zum Fest der Erscheinung des Herrn finden in 941 Städten und Gemeinden in ganz Polen statt.
Bei der jährlichen Veranstaltung, bekannt als „Orszak Trzech Króli“, verkleiden sich die Teilnehmer als biblische Figuren, tragen Papierkronen und singen Weihnachtslieder, während sie den Heiligen Drei Königen zu Krippen folgen, die auf öffentlichen Plätzen aufgebaut sind.
Der katholische Sender EWTN Polen überträgt den Hauptumzug in Warschau erstmals live auf Englisch, ab 11.00 Uhr Ortszeit.
Im vergangenen Jahr nahmen schätzungsweise zwei Millionen Menschen an den Umzügen an 905 Orten in Polen und im Ausland teil, wie Vatican News berichtete. In diesem Jahr weitet sich die Veranstaltung auf 941 Orte aus – 36 mehr als 2025. „Wir haben 600.000 Kronen, 150.000 Liedhefte mit Weihnachtsliedern und 200.000 Aufkleber vorbereitet“, erklärte Piotr Giertych, Vorsitzender der Stiftung Dreikönigsumzug.
Allein in Warschau beteiligten sich 2025 rund 50.000 Menschen.
Vom Schulprojekt zur nationalen Tradition
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Der erste Dreikönigsumzug auf Warschaus Straßen fand 2009 statt – als Erweiterung eines Krippenspiels von Schülern einer örtlichen Schule. Seit das Fest der Erscheinung des Herrn 2011 in Polen zum gesetzlichen Feiertag wurde, wachsen die Umzüge stetig und haben sich auf Städte und Gemeinden im ganzen Land ausgebreitet.
Das diesjährige Motto „Freut euch in der Hoffnung“ nimmt Bezug auf das Leitwort des kirchlichen Heiligen Jahres „Pilger der Hoffnung“, das am Dienstag endet. Der Spruch stammt aus dem polnischen Weihnachtslied „Mędrcy świata, monarchowie“ („Die Weisen der Welt, Könige“) aus dem 17. Jahrhundert von Stefan Bortkiewicz. „Wir beziehen uns auf das Heilige Jahr, das am 6. Januar in der katholischen Kirche endet und unter dem Motto ‚Pilger der Hoffnung‘ stand“, sagte Anna Murawska, Leiterin der Veranstaltung. „Deshalb geht es beim Umzug nicht nur darum, die Hoffnung im Alltag zu bewahren, sondern vor allem darum, Gott zu vertrauen, seiner Barmherzigkeit und der Begegnung mit ihm im Himmel.“
Polens Präsident Karol Nawrocki und Gattin Marta Nawrocki richteten eine Botschaft an die Teilnehmer und betonten die Versöhnungsbotschaft der Umzüge. „Möge das Bild der drei Könige, die trotz aller Widrigkeiten ihr Ziel verfolgten – Frieden und Versöhnung –, uns alle dazu anregen, Beziehungen aufzubauen, die auf gegenseitiger Solidarität, Verständnis und Respekt beruhen“, schrieb das Präsidentenpaar.
Die feierlichen Umzüge knüpfen an europäische und polnische Traditionen von Krippenspielen und Weihnachtsliedern an und integrieren zugleich Elemente ähnlicher Dreikönigs-Umzüge aus Spanien und Mexiko.
In Warschau startet der Zug am Kopernikus-Denkmal und führt über die Krakowskie Przedmieście zum Schlossplatz, wo die Teilnehmer gemeinsam im Stadtzentrum Weihnachtslieder singen.





