„Situation der Betroffenen wirklich schlimm“: Berliner Caritas-Chefin über Stromausfall

Blick auf Berlin
Florian Wehde / Unsplash

Die Chefin der Berliner Caritas, Ulrike Kostka, hat mit Blick auf den großflächigen Stromausfall in der Bundeshauptstadt betont, dass sich „die Situation der Betroffenen wirklich schlimm“ gestalte. Dabei habe „das Land Berlin zu spät zentral reagiert“, so Kostka.

„Es herrschen extreme Temperaturen, die alles sehr schwierig machen“, schilderte die Berliner Caritas-Chefin die Lage. „Besonders große Sorgen bereiten uns ältere Menschen, Menschen mit psychischen Erkrankungen, Wohnungslose sowie Familien mit kleinen Kindern.“

„Was großartig ist, ist die große Solidarität, die sich sofort gezeigt hat“, hielt sie auf der anderen Seite fest. Später fügte Kostka im Interview mit dem Kölner Domradio hinzu: „Die Solidarität ist klasse und das ist auch eine Stärke von Berlin. Das erleben wir immer wieder.“

Die aktuelle Situation zeige, „wie wichtig das Netz der Kirchengemeinden ist. Sie sind vor Ort, genauso wie die Dienste und Einrichtungen der Caritas und unsere Mitglieder. Wir sind direkt im Sozialraum und können nah bei den Menschen sein. Das ist gut, ebenso wie die Unterstützung durch die Malteser. Das zeigt noch einmal, dass die Kirche gerade in der Krisenhilfe sehr stark ist, mit Caritas, Maltesern und den Pfarreien. Das freut mich sehr.“

Auf politischer Ebene sei wichtig, „dass das Krisenmanagement in Berlin weiter verbessert wird. Das Land sollte zum Beispiel prüfen, wie Informationen schneller verbreitet und Maßnahmen zügiger umgesetzt werden können. Wir sind zum Beispiel als Wohlfahrtsverbände noch nicht an den Krisenstäben beteiligt. Ich habe das zuletzt noch im Gespräch dem Regierenden Bürgermeister gesagt und es passiert einfach nichts. Es wäre wichtig, dass neben den Hilfsorganisationen auch die Wohlfahrtsverbände dort eingebunden sind.“

Durch den Stromausfall waren ab Samstag zunächst 45.000 Haushalte ohne Strom, dazu kamen mehr als 2000 Gewerbekunden. Inzwischen sitzen nur noch 31.000 Haushalte und 1700 Gewerbe im Dunklen. Ungleich härter als die Frage des Lichtes ist indes jene nach der Wärme. Bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts laufen auch die meisten Heizungen nicht, denn selbst jene, die mit Gas betrieben werden, brauchen Strom, um zu funktionieren.

Der Stromausfall geht offenbar zurück auf einen linksextremistischen Anschlag gegen eine Kabelbrücke. Ein Bekennerschreiben der „Vulkangruppe“ liegt vor, ist allerdings noch nicht offiziell durch die Behörden als echt bestätigt.

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