Redaktion - Mittwoch, 21. Januar 2026, 11:00 Uhr.
Papst Leo XIV. hat am Montag zwei Vertreter der traditionsverbundenen Priesterbruderschaft St. Petrus zu einer Privataudienz im Vatikan begrüßt. Durch die massiven Einschränkungen der überlieferten Liturgie, die Papst Franziskus eingeführt hatte, ist diese Begegnung von besonderer Brisanz. Viele Gläubige, die der sogenannten alten Messe verbunden sind, wurden in den letzten Jahren heimatlos, nachdem ihre Bischöfe derartige Feiern untersagten.
„Das Treffen verlief in einer herzlichen Atmosphäre und dauerte eine halbe Stunde“, verlautbarte die Petrusbruderschaft am Dienstag. „Es bot Gelegenheit, dem Heiligen Vater die Gründung und Geschichte der Bruderschaft sowie die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder näher zu erläutern, in denen die Gemeinschaft seit fast 38 Jahren für die Gläubigen tätig ist.“
„Dabei kam auch das Charisma und das Eigenrecht der Bruderschaft zur Sprache, welche der Heiligung ihrer Mitglieder dienen sollen“, hieß es.
„Die Audienz bot zudem Gelegenheit, auf Missverständnisse und Hindernisse hinzuweisen, denen die Bruderschaft an bestimmten Orten begegnet, und Fragen des Papstes zu beantworten“, so die Erklärung abschließend. „Am Ende dieses Treffens erteilte Papst Leo XIV. seinen Segen, den er auf alle Mitglieder der Bruderschaft ausdehnte.“
An der Audienz nahmen der Generalobere der Petrusbruderschaft, Pater John Berg FSSP, sowie der Regens des Priesterseminars in den Vereinigten Staaten, der Schweizer Pater Josef Bisig FSSP, teil. Bisig war 1988 einer der Gründer der Bruderschaft und auch der erste Generalobere.
Im Jahr 2022 hatte Papst Franziskus der Petrusbruderschaft bestätigt, dass sie weiterhin die überlieferten liturgischen Bücher verwenden könne, wie sie bis nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in der ganzen Kirche in Gebrauch waren. Die sogenannte alte Messe geht im Kern zurück auf die Zeit von Papst Gregor dem Großen, wobei einzelne Elemente noch älter sind.
Trotz dieser Erlaubnis, mit der die Petrusbruderschaft von den Einschränkungen der überlieferten Liturgie ausgenommen wurde, waren die Priester der Gemeinschaft mitunter den Schikanen von Bischöfen ausgesetzt.
Gravierender als für die Petrusbruderschaft waren die Einschränkungen, die Papst Franziskus 2021 erließ, für die zahlreichen Gemeinden, die in reguläre Pfarreien integriert waren und von normalen Diözesanpriestern betreut wurden. Besonders in den USA kam es zu teils drakonischen Maßnahmen, etwa in der Diözese Charlotte im Bundesstaat North Carolina.





