Streit um Instagram-Konto erschüttert Goldenstein-Nonnen

Die drei hochbetagten Nonnen Bernadette (88), Regina (86) und Rita (81)
Screenshot von YouTube

Der Streit um den Instagram-Account „nonnengoldenstein“ und mutmaßliches sogenanntes Product Placement hat das Vertrauen der Augustiner-Chorfrauen von Goldenstein erschüttert und zur öffentlichen Distanzierung vom bisherigen Betreiber geführt. Schwester Bernadette verteidigte den Orden entschieden gegen den Vorwurf der Geschäftemacherei.

Nach dem jahrelangen Konflikt zwischen der Ordensleitung und den letzten drei Augustiner-Chorfrauen von Goldenstein eskalierte der Konflikt im Herbst 2025, als die Nonnen nach einer angeordneten Übersiedlung in ein Seniorenheim in ihr Kloster zurückkehrten. Seither wird der kirchenrechtliche und juristische Streit von intensiver medialer Aufmerksamkeit begleitet.

Schwester Bernadette schilderte im Podcast von „Die Dunkelkammer“, dass sie zu Beginn der Aktiviäten in den Sozialen Medien keinerlei Kenntnis davon gehabt habe, „was da geschieht“, und erst später bemerkt habe, wie die Berichte über das Kloster auf Instagram verbreitet worden seien.

Anfangs sei das Vorgehen korrekt gewesen: „Der Herr Andreas hat es eigentlich sehr, sehr nett und ehrlich immer erzählt und gepostet.“ Mit der Zeit habe sich das jedoch geändert: „Und zwar deshalb, vermute ich, dass er Einkommen bekommen hat. Das kann ich aber jetzt nicht wissen, aber es wird halt vermutet.“

Genau hier habe für die Schwestern eine rote Linie begonnen. Der Orden habe einen klar umrissenen Auftrag, sagte Schwester Bernadette: „Und ab da sind wir sehr skeptisch geworden, weil unser Orden ist nur für die Kinder da, dass wir die Kinder erziehen und dass wir es religiös den Kindern Gott ins Herz legen, das ist unsere Aufgabe, aber niemals Geldsachen.“

Geldgeschäfte gehörten ausdrücklich nicht dazu. „Es ist nie unsere Aufgabe, dass wir Geschäfte machen“, betonte sie und verwies darauf, dass die Augustiner-Chorfrauen weder bei der Finanzkammer angemeldet seien noch dies jemals wollten.

Besonders deutlich wird die Ablehnung am Beispiel jener Instagram-Beiträge, die eine Szene mit Schwester Rita und Dosen eines Mineralwassers zeigen – was als Product Placement gesehen werden könnte. „Aber unser Orden ist nicht für Geldmacherei zuständig“, sagte Schwester Bernadette.

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Zwar habe Schwester Rita das Auftreten „sehr, sehr nett“ gestaltet, doch bleibe der Grundsatz unverrückbar: „Unser Auftrag ist das vierte Gelübde, dass wir für die Kinder da sind und nicht um Wasserdosen zu posten.“

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Geld habe es für diese Postings keines gegeben. „Nein, nein, nein, nein, nein. Auf keinen Fall“, stellte sie klar. Das Einzige seien ein paar geschenkte Dosen gewesen. Der Wert der Dosen betrug „ein paar Euro“.

Der Bruch mit dem Betreiber des Instagram-Kontos sei aus Sicht der Schwestern unausweichlich gewesen. „Natürlich“, antwortete Schwester Bernadette auf die Frage, ob dies der Grund für den Verlust des Vertrauens gewesen sei, weil Sachen gemacht worden seien, die „gar nicht angefragt“ wurden.

Besonders belastend sei für die Gemeinschaft gewesen, dass der Account trotz klarer Distanzierung weiter Inhalte verbreitet habe. Schwester Bernadette berichtete, man habe dies bereits untersagt, noch bevor entsprechende Signale aus Rom gekommen seien. Dennoch seien weiterhin Bilder und Videos erschienen.

„Leider wurden wir auch heimlich noch fotografiert und dann wurde das heimlich weitergegeben“, sagte sie. Das habe die Schwestern tief getroffen. Sie kündigte an, dass nun auch rechtliche Schritte erwogen werden. „Ja, es wird leider nichts anderes überbleiben, denn wir können nicht so eine Lüge auf uns sitzen lassen.“ Ziel sei es, „unseren Orden [zu] schützen“.

Als bewussten Gegenpol zum umstrittenen Account nennen die Schwestern nun „realnonnengoldenstein“, einen kleineren, ruhigen Instagram-Auftritt. Dort gehe es nicht um Inszenierung oder Produkte, sondern um Einblicke in das geistliche Leben: Übertragungen von heiligen Messen, Feste oder Begegnungen mit Kindern.