Kirche in Bergisch Gladbach nach wiederholtem Vandalismus kurzzeitig geschlossen

Portal der Kirche St. Laurentius in Bergisch Gladbach
Frank Vincentz / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Eine Kirche in Bergisch Gladbach nordöstlich von Köln wurde nach wiederholten Fällen von Vandalismus kurzzeitig geschlossen, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete. Bereits Mitte 2025 hatte der Kölner Innenstadtpfarrer Dominik Meiering über einen zunehmenden Vandalismus in seinen Kirchen geklagt.

Als Beispiele für den Vandalismus in St. Laurentius in Bergisch Gladbach erwähnte die Zeitung am Dienstag „Zigarettenkippen zwischen den Kirchenbänken, gestohlenes Kircheninventar und jetzt auch noch eine angekokelte Kirchenbank vor der Figur der Gottesmutter Maria mit dem toten Jesus auf dem Schoß“.

Der Pfarrer von St. Laurentius, Norbert Hörter, gab zu Protokoll: „Ich bin schon fassungslos.“ In den vergangenen Wochen und Monaten „haben wir immer wieder Vandalismus gehabt, Dinge sind gestohlen worden, einige wurden dann wiedergebracht“.

„Und jetzt war dann am Freitag auch noch die Bank vor der Pietà angekokelt“, fügte er hinzu. „Und dann habe ich entschieden: Wir machen die Kirche jetzt erstmal zu.“

So hängte er an den verschlossenen Kirchentüren Schilder mit dem Hinweis auf, dass das Gebäude „bis auf Weiteres nur zu den Gottesdiensten geöffnet“ werde. Bereits am Samstag wurde die Kirche aber wieder regulär geöffnet, so der Kölner Stadt-Anzeiger.

Die Kirche verfüge zwar über eine Videoüberwachung, wie Hörter erklärte, aber selbst „Haus- und Platzverbote“ zeigten keine Wirkung: „So lange das nicht von der Staatsanwaltschaft strafrelevant verfolgt wird, werden die immer wieder kommen.“

Der Kölner Innenstadtpfarrer Dominik Meiering hatte sich im Mai 2025 über einen zunehmenden Vandalismus in seinen Kirchen beklagt: „Es kommt wohl so weit, dass wir sakrale Gegenstände nicht mehr in den Kirchen stehen lassen können.“

Erhalten Sie Top-Nachrichten von CNA Deutsch direkt via WhatsApp und Telegram.

Schluss mit der Suche nach katholischen Nachrichten – Hier kommen sie zu Ihnen.

Gegenüber der Kölnischen Rundschau sagte Meiering damals: „Die wirklich kostbaren Dinge müssen wir sichern und nur gegen Aufsicht sichtbar machen.“

Mehr in Deutschland - Österreich - Schweiz

Die Zeitung berichtete: „Offensichtlich gingen Diebe in den Kirchen der Innenstadt am vergangenen Samstag auf Beutezug: Aus St. Aposteln wurde ein goldenes Kreuz gestohlen. In St. Andreas wurden Türen in der Sakristei mit einer Axt aufgebrochen und ein Reliquienkreuz mit Kreuzpartikeln erbeutet.“

„Das Kreuz aus St. Andreas muss zu den etwas kostbareren Dingen gerechnet werden“, hieß es. „Es ist aus Silber, teilweise vergoldet, mit Halbedelsteinen besetzt und geht auf das Jahr 1929 zurück. Das Reliquiar war in einem Wandschrank der Sakristei von St. Alban gelagert. Die Einbrecher hatten es wohl nicht gezielt auf das Kreuz abgesehen. Die Türen in der Sakristei wurden mit einer Axt aufgebrochen, alle Schränke durchwühlt. An einer Stahltür scheiterten die Einbrecher.“

Bereits im April hatte Meiering dem Kölner Domradio gesagt: „Wir haben immer wieder diese Herausforderungen, dass dort entweder getrunken wird oder Drogen konsumiert werden. Wir erleben es, dass dort Vandalismus stattfindet, dass Dinge heruntergebrochen oder -geworfen werden, dass Dinge gestohlen werden, dass die Opferstöcke ausgeraubt werden.“

„Der Kölner Dom muss immer wieder gesichert werden“, fuhr Meiering fort. „Jeden Tag gehen Mitarbeiter der Dombauhütte einmal um den Dom herum und schauen, wo neues Graffiti zu finden ist. An den Karnevalstagen, dem CSD oder am 11.11. müssen wir in der Innenstadt die Kirchen Herz Jesu, Groß Sankt Martin, Aposteln und Severin abzäunen.“

Auch aus Mainz hieß es Ende März, manche Kirchen müssten wegen Vandalismus, aber auch wegen Fäkalien in den Gebäuden möglicherweise außerhalb von Gottesdiensten geschlossen bleiben.