25 Jahre Katholischer Katechismus: Die unbekannte Geschichte eines seiner Redakteure

Der Katechismus in einer deutschen Ausgabe des Jahres 1993 und Kardinal Karlic.
Foto: CNA / Oldenbourg Wissenschaftsverlag / YouTube (Screenshot)
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In dieses Jahr fällt der 25. Jahrestag der Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche (KKK). Wie dieses Handbuch, dass für alle Katholiken verbindliche Auskunft über ihren Glauben gibt, entstand: Darüber unterhielt sich CNA mit Kardinal Estanislao Karlic, der das bedeutende Dokumente zusammenstellen half.

Kardinal Karlic, emeritierter Erzbischof von Parana (Argentinien) und 91 Jahre alt, gestand, sehr überrascht gewesen zu sein, als man ihn 1986 aufforderte, Teil eines "großartigen Werkes" zu werden, das verschiedene Bischöfe vorgeschlagen und das "der heilige Johannes Paul II. sofort angenommen hatte."

"Großartig aufgrund dessen, was er ist; großartig, sich in dieser Zeit, in diesem Jahrhundert und nach Jahrhunderten sich zu trauen, einen Katechismus zu erstellen, der eine vollständige, organische und geordnete Sicht der Welt heute gibt. Es ist ein wunderbares Werk, das man mit der Gnade Gottes nach Jahrhunderten erarbeiten konnte", so der Kardinal, dem man die Nachricht, Teil der Kommission zur Redaktion des neuen KKK zu sein, überbracht hatte, als er zum Bischof von Panama gewählt wurde.

Was die Zeit betrifft, die die Erstellung dieses bedeutsamen Dokumentes in Anspruch nahm, so erinnerte sich der Kardinal daran, dass diese fast sieben Jahre betrug; sieben Jahre an Bemühungen, um die erste Ausgabe fertigzustellen, die am 11. Oktober 1992 – ursprünglich in französisch – veröffentlicht wurde.

"Ein fantastisches Unterfangen"

"Es war auch ein fantastisches Unterfangen, weil man auf die Teilnahme der ganzen Kirche zählen konnte. Wir haben nicht einmal sieben Jahre gebraucht und dann war er schon fertig. Das Dokument wurde in französisch erarbeitet, es dauerte dann aber noch einige Jahre, um den Urtext (die editio typica) zu erstellen. Die französische Version und eine italienische und spanische Übersetzung wurden aber am 7. Dezember 1992 übergeben. Nachdem diese Ausgaben übergeben worden waren, entwickelte man den Urtext, die lateinisch verfasste ‘editio typica’."

Kardinal Karlic erinnerte sich auch, dass zu dieser Zeit Papst Johannes Paul II keinem Kardinal diese Aufgabe anvertraute, sondern "diese Ehre" Bischöfen und Erzbischöfen zuteil werden ließ, die die Kommission zur Erarbeitung des KKK bildeten. Einige davon wurden Jahre später zu Kardinälen kreiert.

"Ich kann nicht vergessen, mit wem ich Seite an Seite an einem Teil des Katechismus gearbeitet habe: Kardinal Jorge Medina Estévez aus Chile, mit dem ich mich näher angefreundet habe und mit dem ich diese wunderbare Sache, eine Synthese der katholischen Lehre anzufertigen, erleben durfte."

Kardinal Karlic erzählte, dass die Beauftragten des KKK "zwei, drei schöne Treffen jedes Jahr" hatten, bei denen sie "ihre Meinung zum Ausdruck brachten."

"Kardinal Joseph Ratzinger (der jetzige Papst emeritus Benedikt XVI.) leitete die Arbeiten mit großer Weisheit und somit hatten wir bei jeder ordentlichen Versammlung die Präsenz des Papstes, damit wir treue Zeugen der katholischen Lehre sein konnten", erklärte er.

In diesem Sinne, so weiter Kardinal Karlic, war "die Zusammenarbeit sehr wichtig; wirklich das vorzutragen, was katholische Lehre ist und nicht einfach das, was irgendeine Schule innerhalb der Theologie der Kirche sein konnte."

"Man war sehr genau, um nur das vorzustellen, was ordentliches Lehramt der Kirche war. Durch dieses Bemühen lebten wir in einem Klima sehr aufrichtiger und schöner Disziplin. Der Katechismus enthält die katholische Lehre, die zum ordentlichen Lehramt des Papstes gehört – so, wie es der heilige Johannes Paul II. gewollt hatte."

Abschließend sagte Kardinal Karlic: "Es war schön, dem Papst zuzuhören, als er am Ende unserer Arbeiten eine kurze Botschaft an uns richtete, jeden von uns persönlich grüßte und jedem einen Rosenkranz schenkte, um uns bei diesem Werk zu ermutigen, das Jahrhunderte währen sollte."

Sehen Sie das Interview im spanischen Original:

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