Aschermittwoch im Petersdom: Papst Franziskus predigt zur Bekehrung der Herzen

Papst Franziskus predigt am Aschermittwoch, 17. Februar 2021, im Petersdom.
Foto: Vatican Media (Alle Bilder im Artikel)

Die 40 Tage der Fastenzeit sind eine Gelegenheit, sich von der Sklaverei der Sünde zu befreien, indem wir uns mit Gott versöhnen. Das hat Papst Franziskus in seiner Predigt zum Aschermittwoch am heutigen 17. Februar gesagt. 

"Die Reise der Fastenzeit ist ein Auszug aus der Knechtschaft in die Freiheit", sagte Papst Franziskus. "Es sind vierzig Tage; sie erinnern an die vierzig Jahre, in denen das Volk Gottes durch die Wüste zog, um in sein Herkunftsland zurückzukehren. Aber wie schwer war es, Ägypten zurückzulassen!"  

Die Israeliten mussten vielen Versuchungen widerstehen lernen, in ihren 40 Tagen in der Wüste. Vielen Götzen und falschen Ideen mussten sie widerstehen, fuhr Franziskus fort: "Auch für uns ist es so: Die Rückkehr zu Gott wird durch unsere krankhaften Anhänglichkeiten behindert, sie wird aufgehalten durch die verführerischen Schlingen des Lasters, durch die falsche Sicherheit des Geldes und des Scheins, durch das lähmende Gejammer, sich als Opfer zu sehen".

"Um den Weg gehen zu können, müssen wir diese Illusionen entlarven."

Zum Auftakt der Fastenzeit feierte Papst Franziskus mit etwa 50 Kardinälen und einer Gemeinde von etwa 100 Personen das heilige Messopfer im Petersdom.

Es ist Tradition, dass der Papst die Aschermittwochsmesse in der Basilika Santa Sabina auf dem Aventin-Hügel in Rom hält, nachdem er eine kurze Prozession von der nahegelegenen Kirche St. Anselm aus gemacht hat.

Doch aufgrund der anhaltenden Coronavirus-Pandemie wurde die Messe in diesem Jahr im Vatikan gefeiert.

In seiner Predigt widmete sich der Papst dem Gedanken, sich mit Gott zu versöhnen, wie es Paulus im Zweiten Korintherbrief schildert. 

"Lasst euch versöhnen: Der Weg beruht nicht auf unserer eigenen Kraft; keiner kann sich aus eigener Kraft mit Gott versöhnen, es ist nicht möglich. Die Bekehrung des Herzens – mit den Zeichen und Handlungen, die sie zum Ausdruck bringen – ist nur möglich, wenn sie vom Primat des Handelns Gottes ausgeht", erinnerte der Pontifex.

"Die Gnade rettet uns, das Heil ist reine Gnade, reines Geschenk. Jesus hat es uns im Evangelium klar gesagt: Was uns gerecht macht, ist nicht unsere vor den Menschen geübte Gerechtigkeit, sondern unsere aufrichtige Beziehung zum Vater". 

"Heute neigen wir unser Haupt, um die Asche zu empfangen. Am Ende der Fastenzeit werden wir uns noch mehr hinabbeugen, um die Füße unserer Brüder und Schwestern zu waschen. Fastenzeit heißt demütig hinabsteigen in uns selbst und zu den anderen", fuhr Franziskus fort.

"Um auf diesem Weg nicht vom Kurs abzukommen, stellen wir uns vor das Kreuz Jesu – es ist der stille Lehrstuhl Gottes", so der Papst. "Denn dort, wo wir am verletzlichsten sind, wo wir uns am meisten schämen, ist er uns entgegengekommen. Und jetzt, da er uns entgegengekommen ist, lädt er uns ein, zu ihm zurückzukehren, um die Freude wieder zu finden, dass wir geliebt sind". 

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