Benedikt XVI. trifft Empfänger des Ratzinger-Preises

Pater Federico Lombardi, Verwaltungsratvorsitzender der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung, Papst emeritus Benedikt XVI. und Erzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär des bayerischen Papa emeritus.
Foto: Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung
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Benedikt XVI. hat sich am Samstag im Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan mit vier Trägern des Ratzinger-Preises getroffen.

Das Treffen dauerte eine Stunde und gab jedem der Akademiker die Möglichkeit, seine Arbeit mit dem emeritierten Papst zu besprechen, wie die 
Stiftung Joseph Ratzinger-Benedikt XVI. mitteilte. Bevor sich die Wege trennten, betete die Gruppe gemeinsam ein Gegrüßet seist Du, Maria.

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Die bekannte Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und der Theologe Ludger Schwienhorst-Schönberger, Experte für das Alte Testament, erhielten den Ratzinger-Preis 2021 von Papst Franziskus bei einer Preisverleihung im Vatikan am 13. November.

Die Gewinner des Ratzinger-Preises 2020, die australische Professorin Tracey Rowland und der französische Philosoph Jean-Luc Marion, waren ebenfalls anwesend, um die Auszeichnung entgegenzunehmen, da die Preisverleihung 2020 wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt wurde.

Bei der Preisverleihung im Klementinensaal des Apostolischen Palastes sagte Papst Franziskus, dass die Verleihung des Preises eine Gelegenheit sei, "liebevolle, dankbare und bewundernde Gedanken" für seinen Vorgänger auszudrücken, nach dem der Preis benannt ist.

Der Ratzinger-Preis wurde 2011 ins Leben gerufen, um Wissenschaftler auszuzeichnen, deren Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur Theologie im Geiste von Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI, darstellt.

"Heute danken wir ihm besonders, weil er ein Beispiel für leidenschaftliche Hingabe an Studium, Forschung, schriftliche und mündliche Kommunikation war und weil er seine kulturelle Forschung immer vollständig und harmonisch mit seinem Glauben und seinem Dienst an der Kirche verbunden hat", sagte der Papst.

Die Kandidaten für den Preis werden vom wissenschaftlichen Komitee der Ratzinger-Stiftung ausgewählt und dem Papst vorgelegt, der die Preisträger bestätigt.

Papst Franziskus sagte, er sei fasziniert von den kurzen Präsentationen der Preisträger. Er hob hervor, dass ihre Arbeiten "von der philosophischen Reflexion über Religion bis zum Hören und Interpretieren des Wortes Gottes und vom Hohelied bis zur Phänomenologie des Seins und der Liebe als Geschenk" reichen.

Schwienhorst-Schönberger, 64, studierte Theologie und Heilige Schrift in Münster (Deutschland) und Jerusalem (Israel) und gilt als einer der führenden Experten für die Weisheitsliteratur der Bibel, insbesondere das Hohelied.

Von 1993 bis 2007 lehrte er Exegese des Alten Testaments und der hebräischen Sprache an der Universität Passau in Deutschland und ist heute Professor für Altes Testament an der Universität Wien.

Gerl-Falkovitz, 76, ist eine Spezialistin für die deutsche Philosophin Edith Stein – auch bekannt unter ihrem religiösen Namen, der Heiligen Teresa Benedicta vom Kreuz – sowie Romano Guardini. Sie hat auch Bücher mit dem Gesamtwerk beider katholischer Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts herausgegeben.

Sie promovierte 1971 in Philosophie und war von 1993 bis 2011 Professorin für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaften an der Universität Dresden.

Heute leitet Gerl-Falkovitz das Europäische Institut für Philosophie und Religion an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Papst Benedikt XVI. in Österreich. In den letzten Jahren hat sie sich öffentlich unter anderem kritisch zur "Gender-Theorie" geäußert.

Mehrere Beiträge der Philosophin und über deren Arbeit wurden bei CNA Deutsch veröffentlicht.

In seiner Rede bei der Preisverleihung sagte Papst Franziskus: "Die Dynamik des menschlichen Verstandes und Geistes im Erkennen und Schaffen ist wirklich grenzenlos".

"Das ist die Wirkung des 'Funkens', den Gott in der nach seinem Ebenbild geschaffenen Person entzündet hat, die fähig ist, immer neue Bedeutungen in der Schöpfung und in der Geschichte zu suchen und zu finden und weiterhin die Vitalität des Geistes in der Gestaltung und Verklärung der Materie zum Ausdruck zu bringen."

"Aber die Früchte der Forschung und der Kunst reifen nicht zufällig und ohne Anstrengung heran. Die Anerkennung gilt daher gleichzeitig der langen und geduldigen Anstrengung, die sie benötigen, um zur Reife zu gelangen", sagte er.

Papst Franziskus erinnerte auch daran, dass Benedikt XVI. in diesem Jahr den 70. Jahrestag seiner Priesterweihe feierte.

Der 94-jährige emeritierte Papst ist "voller Lebensfreude", so sein Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein.

"Er ist stabil in seiner körperlichen Schwäche, kristallklar im Kopf und gesegnet mit seinem typisch bayerischen Humor", sagte Gänswein der Bild-Zeitung am 20. Oktober.

Papst Franziskus sagte, er spüre, dass Benedikt XVI. "uns im Gebet begleitet und seinen Blick stets auf den Horizont Gottes gerichtet hält".

"Man muss ihn nur ansehen, um das zu erkennen", fügte er hinzu.

"Wir sollten nicht vergessen, dass Benedikt XVI. bis zum Ende seines Pontifikats weiter studiert und geschrieben hat. Vor etwa zehn Jahren war er, während er seine Regierungspflichten erfüllte, damit beschäftigt, seine Trilogie über Jesus zu vollenden und uns so ein einzigartiges persönliches Zeugnis seiner ständigen Suche nach dem Antlitz des Herrn zu hinterlassen", sagte Franziskus.

"Es ist die wichtigste Suche überhaupt, die er dann im Gebet weiterverfolgt hat. Wir fühlen uns davon inspiriert und ermutigt und versichern ihn unseres Gedenkens an den Herrn und unserer Gebete."

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.