Nach Kirchenplünderung in Chile: Bischof fordert Ende der Gewalt

Ein Plünderer mit einer Christus-Statue
Foto: Kirche in Not Chile
Facebook Twitter Google+ Pinterest Addthis

Mit großer Schärfe hat der Apostolische Administrator von Santiago de Chile, Bischof Celestino Aós, die Plünderung und Profanierung einer Kirche in der Hauptstadt des Landes verurteilt.

Das berichtet ACI Prensa, die spanischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch.

"Unsere katholische Kirche der Pfarrei Mariä Himmelfahrt wurde gestern Abend geplündert,  die Kirchenbänke und andere Gegenstände wurden entfernt und verbrannt, die Wände wurden mit Beleidigungen und Parolen zerkratzt, die Heiligenstatuen wurden zerstört", so Aós in einer Stellungnahme.

Leider sei die gewaltsame Schändung kein Einzelfall, sondern einer von mehreren in den vergangenen Tagen, so der Prälat.

Zusammen mit der Gottesmutter Maria drücke er mit den Gläubigen den Schmerz, die Trauer, die Wut und Unruhe aus, die alle angesichts der Verbrechen empfänden – und betone die "absolute Ablehnung" jedweder Form von Gewalt. 

Am vergangenen Freitag, den 8. November, war eine Gruppe von Demonstranten gewaltsam in die Pfarrei Mariä Himmelfahrt eingedrungen, um Bänke, Beichtstühle und religiöse Statuen und Bilder zu stehlen und damit eine Barrikade zu errichten.

Die Kirche aus dem Jahr 1876 befindet sich in der Nähe der Plaza Italia, wo eine Demonstration gegen die Regierung Sebastián Piñeras stattfand.

Die Gruppe der Demonstranten plünderte nicht nur die Kirche, sondern zündete auch den Hauptsitz der Universität Pedro de Valdivia an, der sich ebenfalls nahe der Plaza Italia befindet.

"Uns schmerzen die materiellen Schäden, die letztendlich das Leben der Ärmsten treffen, aber vor allem schmerzen uns die Personen, die verletzt wurden, und die Toten. Für die Verstorbenen richten wir unser Gebet zum Gott der Barmherzigkeit", erklärte der Prälat.

Der Bischof rief dazu auf, "für die Opfer, für alle, die leiden" den Schutz der Jungfrau Maria zu erbitten und gemeinsam "drei Ave Maria für die Vergebung unserer Sünden zu beten, denn Gewalt und Ungerechtigkeit sind Beleidigungen Gottes und unsere Brüder und Schwestern. Ich schlage vor, dass sich jeder von uns, jede Gemeinde, zu einer solidarischen Aktion verpflichtet. In unserem Umfeld gibt es Menschen die leiden, die Gesellschaft und Hilfe brauchen."

"Mit der ganzen Kraft unserer Stimme bitten wir unsere Brüder, unsere Mitbürger im Land, dass diese Gewalt ein Ende habe", fuhr Aos fort.

"Euch, lieber Pfarrer und liebe Gemeindemitglieder der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, gilt unsere Verbundenheit und unsere Solidarität in eurem Schmerz. Euch allen, liebe Schwestern und Brüder im Glauben, wiederhole ich mit dem Apostel: Lasst euch nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute."

Am Ende betonte der Bischof, dass "es Zeit ist, zur Jungfrau Maria zu eilen, und unseren Einsatz zu erneuern, Werkzeuge des Friedens zu sein.

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält."

Susanne Finner trug zur Berichterstattung bei.

Das könnte Sie auch interessieren: