Bischof Zanchetta plädiert "nicht schuldig" in Missbrauchsprozess

Bischof Gustavo Zanchetta
Foto: ACI Prensa

Bischof Gustavo Oscar Zanchetta, der emeritierte Bischof von Orán, hat am Montag bei der ersten Anhörung seines Zivilprozesses alle Vorwürfe sexuellen Missbrauchs von zwei ehemaligen Seminaristen zurückgewiesen und beteuert, unschuldig zu sein.

Wie die Justizbehörde der Provinz Salta mitteilte, sagte der 57-jährige Bischof am 21. Februar vor der Zweiten Kammer des Gerichts von Orán aus und wies die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs zurück. Seine Beziehungen zu den jungen Männern seien "gut" gewesen.

Bischof Zanchetta wird des schweren fortgesetzten sexuellen Missbrauchs angeklagt. Die Betroffenen, "G.G.F.L. und C.M." sagten ebenfalls vor Gericht aus.

Die mutmaßlichen Opfer G.F.L.G. und M.C. "bestätigten vor dem Gericht ihre Aussagen, die sie in der Ermittlungsphase gemacht hatten, wobei einer von ihnen sagte, dass der Priester 'amouröse Angebote' gemacht und 'Massagen' verlangt habe", so die Justizbehörde.

Nach Angaben der argentinischen Zeitung "El Tribuno" soll das Urteil am 25. Februar verkündet werden.

Die Staatsanwaltschaft von Salta erwartet "mindestens 39 Zeugen, die während der Anhörung aussagen werden" und sagte, dass das Gericht aus den Richtern María Laura Toledo Zamora, Raúl Fernando López und Héctor Fabián Fayos bestehen wird.

Die eigens für diesen Fall eingerichtete Staatsanwaltschaft wird den Prozess leiten. Der Pflichtverteidiger Enzo Giannotti ist für die Verteidigung von Bischof Zanchetta zuständig.

Der Prozess sollte ursprünglich am 12. Oktober 2021 beginnen, wurde aber auf Antrag von Giannotti verschoben. Der Verteidiger hatte die Richter gebeten, die Akten des kirchenrechtlichen Prozesses abzuwarten, den Bischof Zanchetta bei der Kongregation für die Glaubenslehre durchläuft. Auch hier geht es um seinen Umgang mit jungen Männern unter seiner Ohbut.

Bischof Zanchetta war eine der ersten Bischofsernennungen von Papst Franziskus in Argentinien und leitete von Juli 2013 bis 2017 die Diözese Orán.

Nachdem er 2017 aus "gesundheitlichen" Gründen von seinem Amt als Bischof von Orán zurücktreten durfte, wurde Bischof Zanchetta von Papst Franziskus auf die eigens geschaffene Stelle eines Assessors bei der Verwaltung des Vermögens des Heiligen Stuhls ernannt, die den Immobilienbesitz des Vatikans und andere hoheitliche Vermögenswerte überwacht.

Angesichts der Skandale und Vorwürfe gegen Zanchetta, dem auch finanzielle Misswirtschaft unterstellt worden ist, soll Zanchetta diesen Posten nicht mehr ausüben, wie CNA Deutsch berichtete. 

Neben dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs wird Bischof Zanchetta auch finanzielles Fehlverhalten vorgeworfen.

Aus öffentlichen Unterlagen geht hervor, dass Bischof Zanchetta von der Provinz Salta mehr als 1 Million argentinische Pesos (rund 10.500 Dollar) für die Restaurierung eines Pfarrhauses und für Vorlesungen in einem Priesterseminar erhalten hat, die angeblich nie stattgefunden haben. Dem Bischof wird außerdem vorgeworfen, Kirchengelder, die von den Gläubigen in der Diözese Orán gespendet wurden, falsch zu verwalten.

Bischof Zanchetta wurde im Rahmen einer kanonischen Untersuchung, die im Januar 2019 angekündigt wurde, von seiner Funktion als Assessor bei der APSA suspendiert.

Im Juni 2020 bestätigte der Vatikan, dass Bischof Zanchetta seine Arbeit bei der APSA wieder aufgenommen hat und "den argentinischen Justizbehörden weiterhin zur Verfügung steht."

Eine bei der APSA tätige Quelle sagte CNA im Juni 2021, dass der argentinische Bischof seinen Dienst bei der APSA beendet habe.

Argentinische Medien haben berichtet, dass der Bischof bereits 2015 erstmals wegen sexuell unangemessenen Verhaltens beschuldigt wurde.

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