Nach unerlaubten Weihen: Bistum Fréjus-Toulon verbietet traditionelle Benediktiner

Dom Alcuin Reid OSB
Foto: screenshot / YouTube / Monastère Saint-Benoît Foundation USA Inc

Das französische Bistum Fréjus-Toulon hat eine kleine Gemeinschaft von traditionsverbundenen Benediktinern, die kirchenrechtlich als "Vereinigung von Gläubigen" organisiert waren, aufgelöst. Zuvor waren zwei Mönche ohne Erlaubnis von Ortsbischof Dominique Rey von einem unbekannten "hohen Prälaten" geweiht worden.

Das Bistum erklärte, zunächst seien der Priester Alcuin Reid und der Diakon Ildephonse Swithinbank suspendiert worden. Weil sie sich weigerten, "sich mit Bischof Rey zu treffen oder den Namen des Bischofs, der sie geweiht hat, trotz mehrerer Aufforderungen offenzulegen", und weil inzwischen alle Mitglieder der "Vereinigung von Gläubigen" suspendiert seien, werde mit Dekret vom 10. Juni die Vereinigung als solche aufgehoben.

Alcuin Reid ist ein prominenter Liturgiewissenschaftler. Sein Buch "The Organic Development of the Liturgy" wurde mit einem Vorwort von Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., im Jahr 2005 veröffentlicht.

Bischof Rey von Fréjus-Toulon hatte lange Jahre gut mit Reid und den Benediktinern zusammengearbeitet und selbst im Kloster die Liturgie gefeiert.

Am 14. Mai 2022 teilte das Kloster mit: "Unsere monastische Gemeinschaft wurde in den letzten Jahren dadurch frustriert, dass unser Bischof nicht willens oder nicht in der Lage war, die seit langem notwendigen Weihen vorzunehmen, obwohl diese von nicht weniger als drei monastischen Visitatoren, zuletzt im Dezember 2021, empfohlen wurden, und zwar aus einer so genannten 'Vorsicht' heraus – obwohl es immer deutlicher wurde, dass diese 'Vorsicht' auf der Furcht vor Konsequenzen beruhte, einer Furcht, die durch die jüngste Visitation des Diözesanseminars durch den Heiligen Stuhl noch verstärkt wurde."

Im Zuge der 2021 erfolgten massiven Einschränkungen der überlieferten Liturgie durch Papst Franziskus, darunter das "pauschale Verbot von Weihen", sei man "in eine unmögliche Lage" gebracht worden.

"Die Integrität unserer liturgischen und monastischen Observanz ist ernsthaft gefährdet", so die Benediktiner. "Das, was uns ein Nachfolger Petri als wahr versichert hat, wird von einem anderen widerlegt. Der Inhalt der Gelübde, die wir vor Gott abgelegt haben, ist radikal verändert worden. Diese Situation ist selbst ein Skandal und unhaltbar."

"Ein hoher Prälat bot an, die Weihen zu erteilen, falls Bischof Rey dazu nicht in der Lage sein sollte", erklärte die Gemeinschaft. "Wir waren über dieses Angebot erstaunt, denn es wurde von niemandem ein Antrag auf Weihen gestellt."

Im April sei es schließlich zu den Weihen gekommen. Der "hohe Prälat" sei "in uneingeschränkter Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl", aber man werde seinen Namen nicht öffentlich machen. Die Weihen selbst seien "außerhalb von Frankreich" vorgenommen worden.

Anfang Juni hatte das Bistum Fréjus-Toulon mitgeteilt, der Heilige Stuhl habe Bischof Rey untersagt, Priester zu weihen. Rey galt grundsätzlich als sehr offen gegenüber der seit Jahrhunderten gefeierten "tridentinischen Messe", die auch als "gregorianische" bekannt ist, als Feier im Usus Antiquior, als Messe in der außerordentlichen oder überlieferten Form sowie als "Messe aller Zeiten" und "Alte Messe" (Vetus Ordo), im Gegensatz zur in den 1970er-Jahren eingeführten "Neuen Messe" (Novus Ordo). Im englischen Sprachraum wird sie meist als traditionelle lateinische Messe (TLM) bezeichnet.

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