Drei Kirchen im Sudan offenbar gezielt zum zweiten Mal niedergebrannt

Die ausgeplünderte und vandalisierte "Church of Christ"-Kirche in Um Bartumbu, Süd Kordofan (Sudan) nach einem mutmaßlichen Anschlag am 16. Juni 2012
Foto: Eyes and Ears Nuba

Nach Angaben einer örtlichen Menschenrechtsgruppe sind drei Kirchen im Sudan zum zweiten Mal niedergebrannt worden.

Das meldet die Catholic News Agency (CNA).

Bei den drei Gotteshäusern handelt es sich nach Angaben der örtlichen "Human Rights and Development Organisation" (HUDO) um eine katholische, eine orthodoxe Kirche sowie eine Kirche der "Sudan Internal Church", die bereits im Dezember 2019 niedergebrannt und schnell wieder aufgebaut worden waren.

Bout befindet sich im Distrikt Tadamoun (Bundesstaat Blauer Nil) an der Grenze zum Südsudan.

Wie HUDO meldet, sei die Polizei informiert worden, aber ermittle weder gegen die Täter noch habe sie Schutzmaßnahmen nach den ersten Anschlägen ergriffen.

Der sudanesische Minister für Religiöse Angelegenheiten, Nasr al-Din Mufreh, sagte laut Medienberichten, dass nur eine Kirche zweimal niedergebrannt worden sei.

Gegenüber der Zeitung "Sudan Tribune" erklärte Mufreh, der Sudan sehe sich verpflichtet, die Reigionsfreiheit zu wahren und werde Unterstützung beim Wiederaufbau leisten. Die Polizei habe auch einen Verdächtigen verhört, aber wieder freigelassen – mangels Beweisen.

Im Sudan, der bis April 2019 von einer Militärdiktatur regiert wurde, gibt es nach einhelliger Einschätzung aller Beobachter keine Religionsfreiheit. Auch andere Grundrechte und Freiheiten werden missachtet. 

Die Bevölkerung ist zu über 90 Prozent muslimisch; die Scharia ist maßgebliche Grundlage der Gesetzgebung und Justiz.

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