Dreikönigsumzüge an mehr als 600 Orten in ganz Polen begangen

Umzug in Warschau (Polen) am 6. Januar 2022
Foto: Family News Service

An über 600 Orten in ganz Polen fanden am gestrigen Donnerstag Dreikönigsprozessionen statt. Innerhalb weniger Jahre sind diese Umzüge ein beliebter Trend geworden, der den Glauben feiert und einem guten Zweck dient.

Die jährlichen Umzüge, bei denen Schauspieler die Heiligen Drei Könige darstellen, die nach Bethlehem reisten, um den neugeborenen Jesus zu sehen, wurden am 6. Januar, dem Fest der Heiligen Drei Könige, abgehalten.

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Nach Aussage der Organisatoren ist die jährliche Parade, die auf Polnisch als Orszak Trzech Króli bekannt ist, das größte Straßenkrippenspiel der Welt.

Das Motto der diesjährigen Umzüge lautete "Heute ist ein freudiger Tag". Die Umzüge fanden in der Hauptstadt Warschau und in 667 weiteren polnischen Städten statt.

Ähnliche Umzüge fanden in der Ukraine, Österreich, Frankreich, England und sogar in Ländern Afrikas statt.

Es wurden rund 200 Umzüge mehr gemeldet als im Jahr 2021, als die Zahl der Veranstaltungen wegen COVID-19 zurückgegangen war. Die Gesamtzahl von 668 Orten war jedoch niedriger als vor dem Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020, als Umzüge an 820 Orten stattfanden.

Nach Angaben der Stiftung Dreikönigsumzüge fand der erste Dreikönigsumzug in Polen im Jahr 2009 statt. Er wurde als Fortsetzung des Krippenspiels in einer Warschauer Schule ins Leben gerufen.

Die feierliche Prozession geht auf die einheimische Tradition der Krippenspiele und Weihnachtslieder zurück, lehnt sich aber auch an die in Spanien und Mexiko organisierten Umzüge an.

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Bei der polnischen Prozession ziehen die Teilnehmer hinter dem Stern von Bethlehem durch die Straßen der Städte und Dörfer. Die Heiligen Drei Könige führen die Teilnehmer zum Stall, wo sich alle vor Jesus und der Heiligen Familie verneigen.

Unterwegs werden Weihnachtslieder gesungen, und alle Teilnehmer erhalten ein Heft mit Weihnachtsliedern und bunte Papierkronen.

Da das Dreikönigsfest seit 2011 ein gesetzlicher Feiertag ist, hat die Zahl der Umzüge stetig zugenommen.

Der Vorsitzende der Stiftung Dreikönigsumzüge, Piotr Giertych, beschreibt die Umzüge als eine Form der Straßenevangelisierung.

"Die Weisen aus dem Morgenland, die die Natur und den Kosmos studierten und nach der Wahrheit suchten, fanden die Wahrheit in dem kleinen Kind", sagte er.

Er erklärte, dass die bei der diesjährigen Veranstaltung gesammelten Gelder armen Studenten in Nairobi, Kenia, zugute kommen werden.

Die Organisatoren der Prozession hoffen, 10 Ausbildungsplätze für junge Leute, die Automechaniker werden wollen, finanzieren zu können.

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Wie in den vergangenen Jahren begrüßte Papst Franziskus am Donnerstag die Teilnehmer der Prozessionen in Polen.

In seiner Angelus-Ansprache im Vatikan am 6. Januar sagte er: "Ich ermutige die Initiativen zur Evangelisierung, die sich aus den Traditionen der Epiphanie ergeben und die aufgrund der aktuellen Situation verschiedene Kommunikationsmittel nutzen. Ich erinnere insbesondere an die 'Dreikönigsprozession', die in Polen stattfindet."

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