Erzbischof Lackner: "Das Leben ist eine göttliche Gabe" und "zutiefst schützenswert"

Erzbischof Franz Lackner
Foto: Erzbistum Salzburg

Erzbischof Franz Lackner von Salzburg ist am Hochfest Mariä Himmelfahrt in seiner Predigt auf das Lebensrecht von Ungeborenen und alten Menschen eingegangen. "Das Leben ist eine göttliche Gabe", betonte der Primas Germaniae und Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, und darum "zutiefst schützenswert".

Ausdrücklich verwies Lackner auf Diskussionen "in Brüssel, im EU-Parlament, wo die europäischen Werte hochgepriesen werden". Dabei gehe es darum, "die Abtreibung als ein Menschenrecht" einzustufen. Der Erzbischof warnte: "Da können wir Christen und Christinnen nicht mit."

Im Juli hatte das EU-Parlament einen Entschließungsantrag angenommen, welcher vorschlägt, "ein Recht auf Abtreibung in die Charta der Grundrechte der Europäischen Union aufzunehmen". Konkret lautet der Textvorschlag für Art. 7a der Charta: "Jeder hat das Recht auf sichere und legale Abtreibung."

"Dem göttlich guten Anfang entspricht ein gutes Ende", ergänzte Lackner. "Die Vollendung. Es gibt aufgrund eines Spruchs des Verfassungsgerichtshofs die Möglichkeit zum assistierten Suizid. Auch da wurde eine Schwelle überschritten, mit einer Handlung, die der Lebenssubstanz im Ganzen schwer schaden wird.

Seit Anfang 2022 ist Beihilfe zum Selbstmord in Österreich legal, nachdem ein Gerichtsurteil zu diesem gesetzlichen Schritt aufgefordert hatte. Das Gesetz sei restriktiv und angesichts der Gerichtsentscheidung "noch der bestmögliche Weg", sagte die katholische ÖVP-Politikerin Gudrun Kugler im Oktober 2021.

Im Katechismus der Katholischen Kirche heißt es (KKK 2281), Selbstmord widerspreche "der natürlichen Neigung des Menschen, sein Leben zu bewahren und zu erhalten. Er ist eine schwere Verfehlung gegen die rechte Eigenliebe. Selbstmord verstößt auch gegen die Nächstenliebe, denn er zerreißt zu Unrecht die Bande der Solidarität mit der Familie, der Nation und der Menschheit, denen wir immer verpflichtet sind. Der Selbstmord widerspricht zudem der Liebe zum lebendigen Gott." Und weiter (KKK 2282): "Freiwillige Beihilfe zum Selbstmord verstößt gegen das sittliche Gesetz."

Je mehr "Anfang und Ende des Lebens in die Regulierbarkeit des Menschlichen fallen", erläuterte der Salzburger Oberhirte in seiner Predigt, "desto schwieriger wird das Leben dazwischen werden".

"Wir haben aufgehört, um eine glückliche Sterbestunde, um Vollendung in Gott zu beten", konstatierte er. "Wir sollten damit wieder anfangen. Maria hat 'Ja' gesagt zu Gott – 'mir geschehe, wie du gesagt hast'. Bis zum Ende, zur Vollendung. Heute feiern wir Mariä Himmelfahrt. Dieser Weg steht auch uns offen."

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