Unruhen und Gewalt: Erzbistum in Chile beklagt Zerstörung von Kirchen

In Chile wurden seit 2019 rund 60 Kirchen mutwillig zerstört.
Foto: Comunicaciones Duoc UC

Das chilenische Erzbistum Concepción beklagte am 12. Oktober die mutmaßliche Brandstiftung an einer katholischen Kirche und einem evangelischen Gebetszentrum im Süden des Landes.

Am Dienstag, gegen 2:20 Uhr nachts, wurde im Viertel Bajo Quilantahue in der Stadt Tirúa der Brand eines evangelischen Gebetszentrums bemerkt. Eine Stunde später wurde im Stadtteil Primer Agua eine katholische Kirche niedergebrannt.

Beide Gebäude brannten komplett ab, es gab jedoch keine Verletzten berichtete ACI Prensa, die spanischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch.

Ebenso fand man keinerlei Hinweise auf die Identität der Verantwortlichen. Polizei und Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen zu den Ursachen der Ereignisse eingeleitet.

Der chilenische Präsident Sebastián Piñera erklärte in einer Stellungnahme, dass die Gewalttaten und Verbrechen gegen Privateigentum, Beamte und Personen in der südlichen Region des Landes mit Drogenhandel, Terrorismus und organisierter Kriminalität in Verbindung stünden. Piñera hat für die Provinzen Biobío und Arauco einen zweiwöchigen Ausnahmezustand verhängt.

Diese Maßnahme ermöglicht eine Unterstützung der Arbeit von Polizei und Ermittlern durch die Streitkräfte, wenn diese sie anfordern sollten: Eine weitere Eskalation ist also zu befürchten, so Beobachter.

Das Erzbistum Concepción prangerten in diesem Zusammenhang deutlich "die Gewaltakte an, die nicht nur unnötig sind, sondern auch nichts zur Lösung der schwerwiegenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme beitragen, die das Land und die Region Arauco quälen."

Die Diözese betonte weiter: "Wir beharren darauf, dass es nur durch den Dialog möglich sein wird, gerechte und angemessene Lösungen für die schmerzlichen menschlichen Situationen aller Art zu finden, die es in dieser Region des Landes immer noch gibt", heißt es in einer der Erklärung des Erzbistums.

In diesem Sinne bekräftigte die Kirche auch ihre Ablehnung jeglicher Gewalt und bedauerten den Schaden, der "jenen, die sich zum Glauben bekennen" zugefügt wurde. "Ein fundamentaler Aspekt des Menschen, die Religionsfreiheit" sei verletzt worden.

"Es ist dringend notwendig, sich angemessen um die Bevölkerung von Arauco zu kümmern, die seit vielen Jahren vernachlässigt wird. In der Praxis wurde seitens der gesamten chilenischen Gesellschaft kein wirkliches Interesse gegenüber ihrer Armut, ihrer Ausgrenzung, ihrer Hilflosigkeit gezeigt", endet die Mitteilung des Erzbistums.

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