Feuer beschädigt historische katholische Kirche in der Ukraine

Brandschaden in der St. Nikolaus-Kirche in Kiew, Ukraine
Foto: Foto mit freundlicher Genehmigung.

Ein Feuer hat eine historische katholische Kirche in der ukrainischen Hauptstadt Kiew schwer beschädigt.

Das Feuer brach in der im gotischen Stil erbauten Kirche St. Nikolaus während einer Orgelprobe am 3. September aus, zerstörte die Orgel, verbrannte den Innenraum und ließ einen Kronleuchter zu Boden stürzen. Das berichtet die "Catholic News Agency", die englischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch.  

St. Nikolaus ist nach der Konkathedrale St. Alexander die zweitälteste katholische Kirche des lateinischen Ritus in Kiew.

Die 1909 geweihte Kirche diente den Mitgliedern der örtlichen polnischen katholischen Gemeinde, bevor sie 1938 von den kommunistischen Behörden geschlossen wurde.

Die sowjetischen Behörden entfernten den Altar, installierten eine große Orgel und bauten die Kirche in einen Konzertsaal um.

Die Ukraine ist ein Land mit 44 Millionen Einwohnern, das an Weißrussland, Russland, Moldawien, Rumänien, Ungarn, die Slowakei und Polen grenzt.

Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind orthodoxe Christen. Die zweitgrößte christliche Gemeinschaft ist die ukrainische griechisch-katholische Kirche, die größte der 23 katholischen Ostkirchen, die in voller Gemeinschaft mit Rom stehen. Die Katholiken des lateinischen Ritus bilden eine kleine Minderheit.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erklärte die Ukraine 1991 ihre Unabhängigkeit. Seitdem setzt sich die örtliche katholische Gemeinde für die Rückgabe der Kirche ein, die von der Kulturabteilung der Gemeinde beaufsichtigt wird.

Die Behörden argumentierten, die Kirche könne nicht zurückgegeben werden, da die Orgel zu groß sei und nicht an einem anderen Ort untergebracht werden könne.

Den Katholiken wurde gestattet, in der Kirche Messen zu feiern, aber sie blieb ein Konzertsaal, und die Gemeinde war verpflichtet, das Gebäude zu mieten.

Nach Angaben auf der Website der Gemeinde besuchte Papst Johannes Paul II. die Kirche am 25. Juni 2001 während seines Pastoralbesuchs in der Ukraine.

Die Kyiv Post berichtete am 4. September, dass die Polizei noch immer das Verfahren zur Brandursache untersuche.

Nach der Zerstörung der Orgel durch das Feuer gibt es nach Ansicht der Katholiken keinen Grund, die Kirche nicht zurückzugeben. Sie berichten jedoch, dass die Regierung und das Ministerium für Kultur ihre erneuten Bitten bisher ignoriert haben.

Es wird angenommen, dass die Behörden St. Nicholas als Konzertsaal wiederherstellen wollen.

Die Priester feiern weiterhin täglich Messen für die Pfarrgemeinde. Sie finden jedoch unter freiem Himmel statt, und das Wetter wird nach dem Ende des Sommers immer kälter.

Die Messen werden von den Missionsoblaten der Unbefleckten Maria gefeiert.

Der örtliche Obere Pater Pavlo Vyshkovkyy, O.M.I., erklärte gegenüber CNA: "Wir appellieren an die Katholiken in aller Welt, uns im Gebet zu unterstützen und unsere Situation anderen mitzuteilen, die bei der Rückgabe des Gotteshauses an die Gläubigen von Kiew helfen könnten."

 

Alle Bilder (C) mit freundlicher Genehmigung.

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.