Finnland geht in Berufung gegen Freispruch für bibeltreue christliche Politikerin

Päivi Räsänen
Foto: ADF International

Die finnische Staatsanwaltschaft hat Berufung gegen den Freispruch für eine christliche Politikerin und einen lutherischen Bischof eingelegt. Päivi Räsänen und Bischof Juhana Pohjola waren der "Hassrede" beschuldigt worden, da sie in einer Veröffentlichung mit dem Titel "Als Mann und Frau erschuf er sie" das biblische Verständnis von Ehe und Familie vertreten hatten.

"Nachdem ich vor Gericht vollständig entlastet wurde, bin ich bestürzt, dass der Staatsanwalt diese Kampagne gegen mich nicht fallen lassen will", sagte die Parlamentsabgeordnete Räsänen laut ADF International. "Dennoch kann die Entscheidung des Staatsanwalts, in Berufung zu gehen, dazu führen, dass der Fall bis zum Obersten Gerichtshof geht, was die Möglichkeit bietet, einen positiven Präzedenzfall für die Rede- und Religionsfreiheit für alle Finnen zu schaffen."

"Außerdem freue ich mich, dass diese Entscheidung zu einer Diskussion über die Lehren der Bibel in der Gesellschaft führen wird", so Räsänen weiter. "Ich bin bereit, die Rede- und Religionsfreiheit in allen Instanzen zu verteidigen – wenn nötig, auch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte."

Neben der Veröffentlichung der Broschüre "Als Mann und Frau erschuf er sie" im Jahr 2004 warf die Staatsanwaltschaft Räsänen außerdem vor, ihre Ansichten bei Auftritten im Rundfunk sowie in einem Tweet im Jahr 2019 öffentlich gemacht zu haben. Ihre Äußerungen seien "geeignet, Intoleranz, Verachtung und Hass gegenüber Homosexuellen zu erzeugen".

Räsänen ist Ärztin und Mutter von fünf Kindern. Seit 1995 ist sie im finnischen Parlament vertreten. Zusätzlich war sie von 2004 bis 2015 Vorsitzende der Christdemokraten und von 2011 bis 2015 Innenministerin.

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