Demo für Migrationsreform: Ordensleute und Laien in Washington festgenommen

Mit dem Rosenkranz in der Hand: Katholiken demonstrieren für eine Reform der Einwanderungsgesetze in Washington am 24. Februar 2018.
Foto: CNA / Jona McKeown
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Es war ein Akt zivilen Ungehorsams: Rund 100 Menschen – darunter Franziskaner, Dominikanerinnen und Laien – protestierten am gestrigen Dienstag in der Rotunde des Senats-Gebäudes in Washington, bis sie mit verbundenen Händen abgeführt wurden.

Der Protest – Teil eines landesweiten Aktionstages – sollte den Kongress dazu drängen, sich des Falls der "Träumer" anzunehmen: Menschen, die als Kinder in die USA gebracht wurden, und denen nun die Abschiebung als illegale Migranten drohen könnte.

Eine der Verhafteten war Schwester Tracy Kemme, eine Missionarin der Nächstenliebe aus Cincinnati. Vor ihrer Festnahme sagte Kemme zu CNA, dass sie sich an der Aktion beteiligte, weil sie Einwanderer schützen helfen will.

"Ich selbst, zwei meiner Schwestern und eine unserer Mitarbeiter werden zivilen Ungehorsam leisten", sagte Kemme. Die Ordensfrau betonte:

"Es ist eine moralischen Stunde der Wahrheit. Die ist es uns wert, unseren Gesetzgebern ins Gewissen zu reden."

Die Dreamers – "Träumer" – halten sich in den USA nach den Regelungen des DACA-Programms auf, der "Deferred Action for Childhood Arrivals", die der ehemalige Präsident Barack Obama als Regelung – nicht als Gesetz – festlegte. 

Betroffen sind davon Migranten, die als Minderjährige illegal ins Land gekommen waren, und die nun für einen (mehrmals erneuerbaren) Zeitraum von zwei Jahren vor der Abschiebung geschützt sind. Diese "Dreamers" – wie die Begünstigten von DACA aufgrund des gescheiterten Gesetzentwurfes "DREAM" zur Regelung ihrer Situation genannt werden – können auch eine Arbeitserlaubnis erhalten.

Präsident Donald Trump wollte DACA im September 2017 beenden und gab dem Kongress eine Frist von sechs Monaten, um eine Lösung zu finden, bevor die Schutzmaßnahmen am 5. März auslaufen.

Zwei Bundesgerichte haben Verfügungen erlassen, die verhindern, dass der Präsident die DACA beendet.

Am Montag dieser Woche lehnte es der Oberste Gerichtshof ab, den beschleunigten Einspruch der Verwaltung gegen diese Verfügungen zu prüfen und sicherzustellen, dass das Programm unverändert bleibt, bis im Laufe dieses Jahres ein endgültiges Gerichtsurteil ergeht.

Kongressabgeordnete waren nicht in der Lage, eine Kompromisslösung zu verabschieden, die Teile der DACA gesetzlich bestätigt hätte: Am Montag forderte der USCCB daher die Katholiken auf, ihre Kongressabgeordneten als Teil des "National Call-in Day zum Schutz der Träumer" per Telefon zu kontaktieren.

Die Aktion zivilen Ungehorsams in Washington wurde vom "PICO National Network" organisiert, zusammen mit "Faith in Public Life" und der DC Catholic Coalition am Dienstag den "Aktionstag": Ein Gebetstreffen und die Demonstration als Akt friedlichen, zivilen Ungehorsams, die in den Festnahmen gipfelte.

Kemme sagte gegenüber CNA, dass sie hofft, dass der Kongress ein DREAM-Gesetz verabschieden kann, und dass ihr Glaube ihre Leidenschaft für die Arbeit mit den – meist katholischen – Einwanderern weckt.

"Als Katholikin wäre mein Endziel eine umfassende Einwanderungsreform mit einem Weg zur Staatsbürgerschaft, der die Familien zusammenhält".

Kemmes Anliegen teilt Schwester Elise Garcia. Die Dominikanerin aus Adrian im US-Bundesstaat Michigan betonte, sie sei am Dienstag in Washington gewesen, um sowohl für die Träumer als auch für die gewählten Volksvertreter zu beten – und weil sie sich eine umfassende Einwanderungsreform wünscht.

Bevor die Polizei versuchte, den Protest aufzulösen, wandte sich Bischof John Stowe von Lexington, an die Menge. Als die Katholiken begannen, lautstark eine Dekade des Rosenkranzes zu beten, begann die Polizei mit den Festnahmen.

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