Heiligtum von Fatima startet Rosenkranz-Gebetskette für den Frieden in der Ukraine

Kardinal Antonio Marto während der Heiligen Messe am 20. Februar in der Basilika der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Fatima
Foto: Santuario de Fatima

Angesichts des eskalierenden Ukraine-Konflikts, in den auch andere Länder verwickelt sind, hat das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Fatima (Portugal) diese Woche dazu aufgerufen, den Rosenkranz für den Frieden zu beten.

Darüber berichtet ACI Prensa, die spanische Schwesternagentur von CNA Deutsch.

Die Initiative entspringt einem Aufruf, den Kardinal António Marto, der emeritierte Bischof der Diözese Leiria-Fátima, am vergangenen Sonntag, den 20. Februar, an die Gläubigen gerichtet hatte.
An diesem Tag, der der liturgischen Gedenktag der beiden heiligen Hirtenkinder Jacinto und Francisco, sowie der Todestag Jacintas ist, feierte der Kardinal eine Heilige Messe in der Basilika der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Dabei sagte er: "Von diesem Heiligtum des Friedens aus rufe ich Sie, die Anwesenden, und alle Katholiken auf, in dieser Woche persönlich, in der Familie oder in der Gemeinde eine Rosenkranz-Kampagne für den Frieden in der Ukraine zu beginnen."

Carlos Cabecinhas, der Rektor des Heiligtums von Fatima, gab diesen Aufruf sofort an alle Priester weiter: "Ich bitte alle Seelsorger, im Rosenkranzgebet im Heiligtum während dieser Woche ausdrücklich auf diese Intention hinzuweisen, sowohl beim Rosenkranz um 12 Uhr als auch um 21.30 Uhr und um 18.30 Uhr."

Das Heiligtum erinnerte daran, dass Unsere Liebe Frau von Fatima bei ihren Erscheinungen den Seherkindern sagte, sie sollten "jeden Tag den Rosenkranz beten für den Frieden in der Welt und für das Ende des Krieges."

In seiner Predigt am Sonntag erklärte Kardinal Marto auch, dass er sich mit dieser Gebetbitte dem Aufruf von Papst Franziskus anschließe, der beim Angelus am 13. Februar dringend dazu eingeladen hatte, für Frieden in der Ukraine und in der Welt zu beten.

Die Hirtenkinder, so Kardinal Marto, "waren Mitarbeiter Gottes in seinem Plan der Barmherzigkeit für die Menschheit und die Kirche in den Momenten großen Leids durch Kriege und Verfolgung; sie gaben sich ohne zu zögern hin, mit ihrem uneingeschränkten Ja, mit der glühenden Liebe, die sie in ihren Herzen hatten, mit dem solidarischen Gebet des Rosenkranzes, mit kleinen und großen Opfern, mit dem Zeugnis der Treue bis an ihr Lebensende, und machte all dies zu einem Opfer für den Frieden in der Welt und für die Bekehrung der armen Sünder, die der Barmherzigkeit am meisten bedürfen."

Auf diese Weise "vermittelten sie die Hoffnung auf den Sieg der Liebe über die Dramen der Geschichte, den Sieg der Liebe über den Hass, im Vertrauen auf die tröstende Verheißung Unserer Lieben Frau", so der Prälat weiter.

Der emeritierte Bischof der Diözese Leiria-Fátima erklärte den anwesenden Pilgern und allen, die die Feier über die sozialen und digitalen Medien verfolgten, dass es "im aktuellen Kontext, den die Welt kennt und durchmacht, nach einer langen Zeit der Schwäche, der Verletzungen, Ungewissheiten, Trauer und Ängste, und in der die Gefahr eines Krieges schwebt, notwendig ist, aufzuwachen aus der Gleichgültigkeit, der Apathie, der geistigen Erschöpfung und der Entmutigung, die zum Fatalismus führen kann."

In diesem Sinne betonte der Kardinal: "Manchmal glauben wir, dass nur die Mächtigen – die wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Mächte – die Welt verändern können. Aber Gott zählt auf die Kleinen und Demütigen, auf die Kraft des Glaubens an seine Barmherzigkeit, auf das Zeugnis der Bekehrung und des Mitgefühls, auf die Kraft des Gebets zur Erneuerung der Welt. Wir sind aufgerufen, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken und die Beziehungen zwischen Menschen und Völkern wieder aufzubauen, wie barmherzige Samariter, die sich um die Verwundeten kümmern und helfen, die Wunden unserer Zeit zu heilen."

Deshalb "appeliere ich von diesem Heiligtum des Friedens aus an Sie (...) eine Gebetskette des Rosenkranzes für den Frieden in der Ukraine zu beginnen", so Kardinal António Marto.

Spannungen zwischen Russland und der Ukraine

Aktuell spitzt sich die Lage im Konflikt weiter zu, da Putin "Schutztruppen" in das umstrittene Gebiete in der Ostukraine gesendet hat, was die USA als erstem Schritt für einen vollständigen Einmarsch bezeichnen. 

Bis gestern hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron noch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und ihn zu einem Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Joe Biden, eingeladen, um einen Krieg zu vermeiden. Biden hat sich zu einem Treffen bereiterklärt, unter der Bedingung, dass Russland die Ukraine nicht angreife.

Laut Angaben der amerikanischen Zeitung The New York Times vom 20. Februar warnte das Weiße Haus, dass Putin bereits entschieden habe, einen Angriff auf die Ukraine zu starten und dass Russland eine Liste von Ukrainern erstellt hätte, die nach einer Invasion getöten oder festgenommen werden sollten.

Die gegenwärtig weiter zunehmenden Spannungen und die drohende Eskalation machen den Aufruf aus Fatima nur noch dringlicher. 

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