„Im Licht der Tradition etwas Neues zu beginnen“: Kardinal Marx predigt in Rom

Heilige Messe in Sankt Paul vor den Mauern in Rom (17.11.2022) mit Predigt von Kardinal Reinhard Marx
Foto: Deutsche Bischofskonferenz / Daniela Elpers

Kardinal Reinhard Marx hat in Rom betont, es dürfe keinen Bruch mit der Vergangenheit geben, wohl aber „Neuaufbrüche“. Der Erzbischof von München und Freising predigte am Donnerstagabend in der römischen Basilika St. Paul vor den Mauern, wo die deutschen Bischöfe im Rahmen ihres ad-limina-Besuches eine Messe feierten.

„In diesen Tagen des Ad-limina-Besuchs in Rom haben wir an vielen Stellen – auch mit dem Papst – diskutiert, wie es mit dem Volk Gottes und der Kirche weitergeht, welche Neuaufbrüche gewagt werden müssen und was wir an Vergangenem hinter uns lassen“, erläuterte Marx. Dabei gelte es, „den Mut“ zu haben, „im Licht der Tradition etwas Neues zu beginnen und den Schatz von früher mitzunehmen. Vor allem aber müssen wir nach vorne schauen.“

Auch der Völkerapostel Paulus sehe das Christentum letztlich nicht als Bruch mit der jüdischen Tradition, sondern „gewissermaßen als Vollendung und Beginn von etwas Neuem, von Aufbruch und Verheißung“. Paulus sei entsprechend „vom hochgebildeten und vom konservativen Gesetzeslehrer zum Wanderprediger und dann zum Verkünder Jesu Christi“ geworden.

„Christus ist für Paulus die Offenbarung schlechthin“, betonte Marx. „Er, dieser Christus, ist die Aufklärung. Wenn jemand zu Christus kommt, erfährt er Erkenntnis und sieht was los ist: in der Welt und in der Heiligen Schrift.“

„Die Kirche ist mitten drin in der Welt und in der Zeitenwende“, so der Kardinal weiter. „Wir laufen nicht anachronistisch neben der Zeit her. Wir brauchen den Mut zu Entscheidungen und zum Unterscheiden, damit wir die Zeit der Gnade nicht verpassen. Darum beten wir Bischöfe mit dem ganzen Volk Gottes, dass wir den Moment der Gnade sehen, erkennen und begreifen.“

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