IOR: Bilanzen von 2016 veröffentlicht

Das IOR hat seinen Sitz im Turm Nikolaus V. im Vatikan
Foto: Alessia Giuliani / Catholic Press Photo via ACI Stampa
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Über die Finanzen des Vatikans wird viel spekuliert. Nun hat zum fünften Mal in Folge die Bank des Vatikans ihren Geschäftsbericht samt eigener Bilanzen veröffentlicht. 

Offiziell heißt die Bank Istituto per le Opere di Religione, (IOR, Institut für die religiösen Werke).

Die Bilanz 2016 war dem unabhängigen Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte und Touche AG zur Revision übergeben worden. Wie das Pressebüro des Heiligen Stuhles mitteilte, zeigen die Zahlen, dass im Jahre 2016 das IOR weiter der katholische Kirche in aller Welt und auf den Vatikanstaat spezialisierte Finanzdienstleistungen angeboten habe. Die wichtigsten Informationen aus der Pressemitteilung:

"Im Jahr 2016 hat das Institut circa 15.000 Kunden weltweit betreut, die dem IOR Ende 2016 ein Gesamtsumme im Wert von 5,7 Milliarden Euro anvertraut hatten (2015 waren es 5,8 Milliarden Euro), davon ungefähr 3,7 Milliarden in der Vermögensverwaltung (Asset-Management) und zur Aufbewahrung.

Während des Jahres wurden viele Initiativen gestartet, um den Bedürfnissen der Kunden entgegenzukommen, unter Achtung des Auftrags des Institutes.  

Das Institut hat dank Verträgen mit externen Dienstleistern die Betriebskosten weiterhin gesenkt, die sich auf 19,1 Millionen Euro  beliefen; im Vorjahr 2015 waren es 23,4 Millionen gewesen.

Die Handelsspanne 2016 betrug 44,1 Millionen Euro (im Jahr 2015 45,4 Millionen Euro).

Der größte Betrag von 46,0 Millionen Euro, kam aus der Verwaltung von Immobilienportfolios. Die Nettobilanz betrug 36,0 Millionen Euro (16,1 Millionen im Jahr 2015). Dieses Ergebnis wurde durch effiziente Verhandlungsaktivitäten im Kontext erhöhter Volatilität der Märkte, aufgrund der unerwarteten Ausgänge der meisten bedeutenden Wahlen des Jahres instabiler Politik und niedriger Zinsen erzielt.

Am 31. Dezember 2016 belief sich das Reinvermögen des Institutes auf 636,6 Millionen Euro, was einer Kernkapitalquote von 64,53 Prozent entspricht. Dies zeigt eine erhöhte Bonität und ein niedriges Risikoprofil."

Was die anderen erzielten Ergebnisse betrifft, fügt die Mitteilung hinzu: "Zusätzlich zur Erlangung der finanziellen Ziele hat das Institut auch andere Ziele organisatorischer Art erreicht, die vom Businessplan 2016 vorgesehen waren. Die wichtigsten davon betreffen folgende Bereiche: Unternehmensführung, Risikokontrolle, allgemeine Compliance (Regelkonformität). Das IOR hat die Unternehmensführung ("Governance") und das System der internen Kontrollen gefestigt und verstärkt. Die hauptsächliche Verbesserung betrifft die Definition und die Implementierung des "Risk Appetite Frameworks", auf dem Weg einer kontinuierlichen Anpassung an den neuen Rechtsrahmen der AIF (Vatikanische Finanzinformationsbehörde), um Kohärenz mit den diesbezüglichen besten internationalen Standards zu erreichen.

Transparenz und Steuersystem in Bezug auf die italienische Republik: Am 15. Oktober 2016 trat das Steuerabkommen zwischen der Regierung der Republik Italien und dem Heiligen Stuhl in Kraft, als Vorlauf für die Aufnahme des Heiligen Stuhles in die steuerliche "White List" der italienischen Republik am 23. März 2017.

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