Kampf gegen Korruption im Vatikan: Sonderbeauftragter für die Dombauhütte von Sankt Peter

Blick auf die Fassade des Petersdoms
Foto: Petrik Bohumil / CNA Deutsch

Papst Franziskus hat Erzbischof Mario Giordana (78) zum Sonderbeauftragten für die Verwaltungsreform der Reverenda Fabrica Sancti Petri ernannt, der Dombauhütte des Petersdoms. Dort wurden am 30. Juni auf Anordnung der Justizbehörden Dokumente und Computer beschlagnahmt.

Der Entscheidung ging ein Bericht des Generalrechnungsprüfers des Vatikans voraus. Dieser spielt eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Korruption in der römischen Kurie und dem Staat Vatikanstadt.

Wie der Vatikan am 30. Juni mitteilte, wird Giordana, ein ehemaliger Nuntius und langjähriger Diplomat, "die Statuten aktualisieren, die Verwaltung klären und die administrativen und technischen Stellen neu organisieren", die in der Dombauhütte von Sankt Peter für Dom zuständig sind.

Giordana werde "diese heikle Aufgabe" zusammen mit einer Kommission ausführen, so die Erklärung weiter.

Papst Franziskus hat zum 1. Juni ein neues Rahmengesetz erlassen, das Korruption verhindern und Staatsausgaben bei Finanztransaktionen kontrollieren soll.

Die per Motu Proprio in Kraft gesetzte Regelung, datiert auf den 19. Mai 2020, trägt den Titel "Vorschriften zur Transparenz, zur Kontrolle und zum Wettbewerb bei öffentlichen Aufträgen des Heiligen Stuhls und der Vatikanstadt".

Das Gesetz löst die bisherige Regelung der vatikanischen Güterverwaltung APSA und des Governatorates ab mit dem Ziel einer "Förderung von Transparenz, Kontrolle und Wettbewerb" bei der Vergabe von Aufträgen des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaates.

Das Gesetz sieht dafür auch neue Verfahren für die Vergabe öffentlicher Aufträge vor. Vorbestrafte Unternehmer etwa werden von der Vergabe ausgeschlossen; eine im Wirtschaftssekretariat hinterlegte, geprüfte Liste soll eine faire Vergabe gewährleisten.

Die neuen Vorschriften bringen den Vatikan auch in Einklang mit internationalen Antikorruptionsgesetzen.

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