Katholiken in ganz Nigeria demonstrieren für Schutz vor Gewalt und Angriffen

Nigerianische Flagge
Foto: railway fx/Shutterstock
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Mit friedlichen Kundgebungen haben Katholiken in ganz Nigeria die Regierung aufgefordert, sie besser vor Gewalt zu schützen, nachdem bei einem kürzlichen Angriff auf eine Kirche 19 Menschen getötet wurden. 

In 54 Städten des Landes gingen tausende Christen auf die Straße, zeitleich mit der Beerdigung zweier Priester und 17 Gottesdienstbesucher, die am 24. April durch militante Fulani getötet worden waren.

Die Angreifer überfielen die Kirche während der Feier der heiligen Messe in der Pfarrei St. Ignatius in Mbalom. Danach schossen die Fulani wahllos auf Passanten im Dorf und brannten an die 50 Häuser nieder. (CNA Deutsch berichtete).

Weiße Särge mit den Leichen der Ermordeten wurden durch die Straßen Makurdis getragen, der Hauptstadt des Bundestaates Benue. Der Staat ließ zu Ehren der Ermodeten am 22. Mai alle Amtgeschäfte ruhen, berichtete die nigerianische "PM News". Mehrere dutzend Bischöfe nahmen an der Beerdigung teil; andere sprachen bei Demonstrationen im gesamten Land. 

Kardinal John Onaiyekan von Abuja hielt bei einer Requiemmesse in Ayatu (Benue) eine Ansprache. Wie örtliche Medien berichten, sagte der Erzbischof:

"Wenn wir nicht einmal mehr in unseren Kirchen sicher sind, wo sind wir dann noch sicher?"

Bischof Lucius Ugorji von Umuahia hielt bei einer friedlichen Kundgebung im Staat Abia eine Rede, in der er nach Medienberichten den mangelnden Respekt vor dem menschlichen Leben verurteilte. 

"Die Katholische Kirche im Staat Abia ist solidarisch im Gebet mit unseren Brüdern in Benue verbunden. Die Regierung muss alles tun, um Nigerianer vor Angriffen durch Hirten und Boko Haram zu beschützen."

Die Angriffe der ulani-Hirten auf sesshafte Bauern hat in den letzten Jahren zugenommen, da der Klimawandel die Hirten weiter in den Süden treibe. Damit jedoch die mörderische Gewalt hinzunehmen oder gar zu entschuldigen, sei nicht akzeptabel, warnen Beobachter. Wie die Bischofskonferenz die Regierung bereits im Januar aufforderte, sollte diese den Hirten helfen, nach modernen Maßstäben nachhaltige Viehzucht zu betreiben, zu der selbstverständlich auch gehöre, friedlich und respektvoll mit anderen Menschen zusammenzuleben. 

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