Katholischer Priester wenige Stunden vor Massaker in Nigeria entführt

Father Christopher Itopa Onotu, der am 4. Juni entführt wurde
Foto: Diözese Lokoja

Der nigerianische Priester Christopher Itopa Onotu vom Klerus der Diözese Lokoja (im Südwesten Nigerias) wurde wenige Stunden vor dem Massaker entführt, das sich am Pfingstsonntag, dem 5. Juni, in der Kirche des heiligen Franz Xaver im nahe gelegenen Bundesstaat Ondo ereignete.

Der Priester wurde am Samstag, dem 4. Juni, aus einer Residenz für Geistliche entführt, die sich in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe in der Stadt Obangede im Bundesstaat Kogi befindet, der an den Bundesstaat Ondo grenzt.
Zeugen sagten aus, dass einige bewaffnete Männer gegen 21:00 Uhr Ortszeit das Pfarrhaus betraten und Pfarrer Itopa gewaltsam mitnahmen. Die Männer brachen ein Fenster und die Haupttür auf, um in das Gebäude einzudringen.

Der Kanzler der Diözese Lokoja, Pater Augustine Okafor, bestätigte in einer Erklärung gegenüber unserer Schwesternagentur ACI Africa die Entführung und bat um das Gebet für eine sichere Freilassung und darum, in der Heiligen Messe diese Intention mit einzuschließen.

"Wir haben die traurige Nachricht der Entführung unseres Bruders erhalten. Es steht fest, dass er letzte Nacht zusammen mit seinem Fahrzeug aus dem Pfarrhaus entführt wurde", so Pater Augustin er am 5. Juni.

In einem Interview mit ACI Africa am Montag, dem 6. Juni, erklärte ein weiterer katholischer Priester, der nicht genannt werden will, dass die „Entführer die Diözese kontaktiert haben“ und ein Lösegeld von 50.000.0000 Naira, umgerechnet circa 111.000 Euro verlangen.
"Die Verhandlungen laufen", sagte der Priester und fügte hinzu, dass Treffen darüber stattfinden, wie die Lösegeldforderung angegangen werden soll.

Die Entführung von Pater Itopa Onotu erfolgt inmitten einer zunehmend starken Christenverfolgung in Nigeria.

Am 5. Juni wurden bei dem bewaffneten Angriff auf die Kirche des heiligen Franz Xaver in der Diözese Ondo nach aktuellen Angaben mindestens 38 Menschen getötet und 61 verletzt.
Verschiedene Nutzer in sozialen Netzwerken beschuldigen die sogenannten Fulani-Hirten, eine gewaltbereite, mehrheitlich muslimische Gruppen, des Massakers.

Die örtliche Polizei hat angegeben, noch drei Blindgänger in der Kirche gefunden zu haben. Bislang wurde niemand festgenommen. 

Das könnte Sie auch interessieren: