Kongress über Kirchenlehrerinnen will Rolle der Frau in der Kirche hervorheben

Frauen, die Kirchenmännern ins Gewissen reden, haben in der Kirche eine wichtige Rolle – so wie die heilige Katharina von Siena, die hier auf das Treiben im Vatikan schaut.
Foto: EWTN/Paul Badde
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Der erste Internationale Kongress "Kirchenlehrerinnen und Patroninnen Europas im Dialog mit der Welt von heute", der am 7. und 8. März – der 8. März ist der Internationale Tag der Frau – stattfinden wird, will sich mit der Rolle der Frau in Kirche und Gesellschaft befassen.

Dieser internationale Kongress wird an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom abgehalten, wie ACI Prensa, die spanische Schwesteragentur von CNA Deutsch berichtet.

Der Kongress wird in Präsenzform angeboten; es wird aber auch möglich sein, online daran teilzunehmen, um "Persönlichkeiten wie der heiligen Therese von Lisieux, der heiligen Hildegard von Bingen oder der heiligen Teresa Benedicta vom Kreuz, sowie der heiligen Brigitta von Schweden und der heiligen Katharina von Siena zu gedenken."

Bei der kürzlich erfolgten Präsentation dieser Initiative betonte der Rektor der Päpstlichen Universität Urbaniana, Pater Leonardo Sileo OFM, dieser Kongress sei eine Gelegenheit, über diese Frauen nachzudenken, die eine große Liebe auszeichnet, und die "dazu beigetragen haben, die Kirche zu dem zu machen, was sie ist und was sie sein soll." Sie seien zudem ein Beispiel des "Kampfes gegen den Klerikalismus."

Die Sekretärin des Kongresses, Fermina Álvarez, erinnerte ihrerseits daran, dass diese Veranstaltung des 50. Jahrestags der Ernennung zur Kirchenlehrerin der heiligen Katharina von Siena und der heiligen Teresa von Avila (1970), sowie des 400. Jahrestags der Heiligsprechung der heiligen Teresa von Avila und des 25. zw. 10. Jahrestags der Ernennung zu Kirchenlehrerinnen der heiligen Therese von Lisieux (1997) und der heiligen Hildegard von Bingen (2012) gedenke.

Zu diesen Kirchenlehrerinnen gesellen sich die 1999 vom heiligen Papst Johannes Paul II. ernannten Patroninnen Europas: Neben der bereits erwähnten heiligen Katharina von Siena sind das die heilige Benedicta vom Kreuz (Edith Stein) und die heilige Birgitta von Schweden.

In Erklärungen gegenüber ACI Prensa betonte Fermina Álvarez, dass all diese Frauen drei Elemente gemeinsam haben. An erster Stelle sei dies "ein Geist der Prophetie, um über die aktuellen Umstände hinauszusehen", denn sie alle haben dafür gearbeitet, "etwas aufzubauen und vorzuschlagen, und in diesem Sinne waren sie ein bisschen revolutionär."

Als nächstes unterstrich Fermina Álvarez den "Geist der Kontemplation, des Gebets", denn diese Frauen, die Gründerinnen und Reformerinnen waren, waren alle "auf das Gebet eingestellt."

Die heilige Katharina “sprach mit Gott in der Zelle ihres Herzens”, die heilige Teresa von Avila fand in ihrem Kloster und bei ihren Gründungen immer Momente der "Einsamkeit für das Gebet" und die heilige Therese von Lisieux zeichnete sich durch ihre tiefe und vertrauensvolle "Hingabe in die Hände des Herrn" aus.

Zuletzt verwies Frau Álvarez auf den "Geist der Gemeinschaft und die Liebe zur Kirche", die sich in den Bemühungen all dieser Frauen für "Frieden inmitten der damaligen Konflikte" gezeigt habe.

Die Katholische Universität Avila

María del Rosario Sáez Yuguero, ist seit 15 Jahren Rektorin der Katholischen Universität von Ávila (Spanien). Auch sie sprach bei der Präsentation des Kongresses. In einem Interview mit EWTN und ACI Prensa hob sie die Bedeutung dieses Kongresses aufgrund der "Rolle dieser großen Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten der Geschichte, vom Mittelalter bis hin zu einer zeitgenössischen Frau wie der heiligen Edith Stein - Teresia Benedicta vom Kreuz" hervor.

"Ich denke, es ist eine Verpflichtung, diese Doktortitel zu würdigen, die Doktortitel dieser Frauen, die Lehrmeisterinnen des Lebens und der Spiritualität für viele Frauen unserer Zeit sind, wie auch diese Patroninnen Europas, in einer Zeit, in der Europa – da besteht kein Zweifel – ein bedeutsame Krise durchlebt, eine Krise des Glaubens und vor allem eine anthropologische Krise. Ich glaube sie sind Vorbilder, denen man folgen sollte" so sagte María del Rosario.

Darüber hinaus beschrieb die Rektorin der Katholischen Universität von Ávila, dass "dieser Kongress sehr wichtig sei, um dem Relevanz zu verleihen, was sie uns heute lehren, und wie sie uns heute durch viele Gemeinschaften, die diese Spiritualität leben und durch viele Jugendliche, die diese Spiritualität leben, zeigen, dass das nichts Vergangenes ist, sondern etwas, das sehr aktuell ist, sehr zeitgemäß, wie in diesem Kongress deutlich werden wird." 

Die Rolle der Frau in der Kirche

Zur Rolle der Frau in Kirche und Gesellschaft erklärte María del Rosario Sáez Yuguero: "Ich bin Laie und leite seit 15 Jahren eine katholische Universität, und zwar aufgrund eines Auftrags des Bischofs von Ávila. Wie ich – soweit ich das in Spanien weiß - arbeiten andere Frauen seit langem in Werken der Kirche."
"Aktuell arbeiten viele Frauen in Werken der Kirche und in kulturellen Werken. Wir widmen uns der Forschung, der Wissenschaft, wir sind mitten in der Welt wie der Sauerteig. Die Kirche vertraut uns und sie hat uns vertraut – mir hat sie sehr vertraut – und ich leite seit 15 Jahren selbständig, in völliger Freiheit, zusammen mit meinem Team, mit enormer Freiheit. Ich denke, das ist auch wichtig und ich möchte es hier zum Ausdruck bringen", sagte sie.

In Bezug auf den Beitrag der Frau in der Kirche und in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft erinnerte Sáez Yuguero daran, wie der heilige Johannes Paul II. vom "Genius der Frau" sprach, um zu erklären, "wie sehr man den Beitrag der Frau bei der Aufnahme, in der Mütterlichkeit, in der Versöhnung, im Aufbau von Familie und in diesen Berufen, in denen wir wirken, merkt."

In diesem Sinne unterstrich die Rektorin der Katholischen Universität von Ávila "die unterschiedlichen Standpunkte, die Männer haben – und soweit ich gesehen habe, ist die Komplementarität grundlegend; es ist etwas, das man jeden Tag sieht, und das die Einrichtung bereichert, wenn sich jeder von uns engagiert und sein Bestes einbringt - wir sind viel intuitiver, pragmatischer und entschlossener ... und intellektuell ist erwiesen, dass es keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern gibt", erklärte sie.

"An unserer Universität bekleiden viele Frauen verantwortungsvolle Positionen und das nicht aufgrund von Quoten, sondern aufgrund ihrer Verdienste; sogar einige Mütter machen das Familienleben mit Kindern vereinbar mit einer beruflichen Tätigkeit auf dem Niveau, wie es eine Universität erfordert", so die Rektorin.

Abschließend lud María del Rosario Sáez Yuguero dazu ein, persönlich oder online an diesem Kongress teilzunehmen, da der Erlös einem wohltätigen und sozialen Zweck zugute komme, genauer gesagt Alphabetisierungs- und Jugendbildungsprojekten im Libanon.

Die begünstigten Einrichtungen sind "das Waisenhaus Centre Saint Charbel Fondation Marie Abel der Kongregation der Schwestern der Heiligen Herzen; die Father Roberts Institute Special School der Basilianischen choueritischen Schwestern (der melkitisch-griechisch-katholischen Kirche) und das Oeuvre Sociale de la Jeune Fille Libanaise der Missionsschwestern vom Allerheiligsten Sakrament."

"Die Teilnahme ist sehr günstig, jeder registriert sich mit einem selbst gewählten Beitrag. Die Vorträge werden von der Website der Katholischen Universität von Ávila www.ucavilla.es ausgestrahlt; von dort aus können alle, die sich registrieren, sie verfolgen", so María del Rosario.

Abschließend erklärte sie, die Organisatoren hätten die Veranstaltungen "auf den Nachmittag europäischer Zeit gelegt, damit sie mit der Zeit in Lateinamerika kompatibel sind."

Um sich für den Kongress anzumelden, klicken Sie bitte auf diesen Link.

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