"Liebevoll und mutig": Stimmen vom Berliner Marsch für das Leben (Bericht, Videos, Bilder)

Teilnehmer am Marsch für das Leben in Berlin am 17. September 2017.
Foto: Bistum Regensburg / Tobias Günther
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Als einen "Marsch der Hoffnung" hat Weihbischof Florian Wörner den Berliner Marsch für das Leben im Interview mit dem katholischen Fernsehsender EWTN.TV gewürdigt. 7.500 Teilnehmer nahmen nach Angaben des Bundesverbandes Lebensrecht an der friedlichen Demonstration teil. 

Unter dem Motto "Die Schwächsten schützen: Ja zu jedem Kind" marschierten die Teilnehmer durch Berlin Mitte. Neun Forderungen formulierten die Veranstalter an den neuen Bundestag:

  1. Seien Sie familienfreundlich
  2. Seien Sie gerecht
  3. Starten Sie eine Bildungsoffensive
  4. Fördern Sie das Recht von Schwangeren auf Information
  5. Seien Sie ehrlich
  6. Handeln Sie inklusiv
  7. Bewahren Sie das Embryonenschutzgesetz
  8. Respektieren Sie das Gewissen
  9. Achten Sie auf Alte und Kranke

Die ganze Liste, mit Erklärungen, lesen Sie als PDF hier

Unter den Teilnehmern in Berlin war auch Birgit Kelle. Gegenüber EWTN.TV zeigte sich die bekannte Publizistin sehr angetan von der Teilnehmerzahl: "Es lohnt sich, hier herzukommen, auch wenn es für manche ein bisschen Mut braucht, sich diesem Zug hier anzuschließen."

Der Berliner Weihbischof Mathias Heinrich, der auch dieses Jahr wieder zu den Demonstranten zählte, interpretierte dies als "Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind". Sein Amtsbruder Florian Wörner aus Augsburg, der zum zweiten Mal teilnahm, betonte außerdem, im Interview mit EWTN-Reporterin Rosalba La Rosa, wie wichtig es sei, "liebevoll und mutig" ein starkes Zeugnis für die Würde des Menschen abzugeben.

Dennoch gab es auch in diesem Jahr Widerstand. Bereits im Vorfeld hatten Gegendemonstranten zu Störaktionen aufgerufen.

Mechthild Löhr, Vorsitzende der "Christdemokraten für das Leben" (CDL), meinte gegenüber EWTN: "Dass wir so viel Polizeischutz brauchen, ist für mich unerklärlich, denn wir wollen ja jedes Leben schützen." Einen Umstand, den Hedwig von Beverfoerde sich damit erklärte, dass die Gesellschaft zu wenig informiert sei: "Viele wollen meiner Erfahrung nach nichts wissen, was ihnen vielleicht ein anderes Bild geben könnte." Doch es gäbe für alle, die aufgrund einer ungewollten Schwangerschaft verzweifeln, "durchaus Hilfen, die man in Anspruch nehmen kann."

Angelika Doose, die bei der "Aktion Lebensrecht für Alle" (ALfA) unter anderem in der Schwangerschaftskonfliktberatung arbeitet, weiß, dass nicht alle Frauen ihr Kind von vorneherein ablehnen.

"Da ist viel Not dahinter, da ist die finanzielle Not, da ist die Angst vor dem Alleinsein, die Angst davor, den Arbeitsplatz zu verlieren oder die Angst vor einer völligen Überforderung."

Zum eigenen Kind zu stehen trotz aller widrigen Umstände "ist schwierig geworden durch den gesellschaftlichen Druck."

Der Berliner Blogger und Journalist Tobias Klein ist jedes Jahr beim Marsch fürs Leben dabei. Wie er im Interview berichtete, sei der diesjährige Marsch dennoch etwas Besonderes für ihn, da er und seine Frau ein Kind erwarten. Dr. Klein weiter: "So eine Schwangerschaft gibt einem noch einmal einen ganz anderen Blick auf das Thema." Schon vom ersten Moment an habe er gespürt, dass im Mutterleib seiner Frau ein Kind heranwachse. Deshalb bedauere der junge Vater es sehr, dass bei den Parolen der Gegendemonstranten, die für ein "Selbstbestimmungsrecht der Frau" sprechen, etwas ganz Elementares außer Acht gelassen würde: "Das davon betroffene Kind, bei dem es um Leben und Tod geht, kommt gar nicht vor."

Wie jedes Jahr sind auch wieder sehr viele Jugendliche nach Berlin gekommen. Ein junger Mann, der aus Unterfranken angereist war, erzählte, dass er bereits mehrfach beim Marsch fürs Leben mitdemonstriert hat. Gegenüber EWTN.TV erklärte er, dass es ihm trotz des teilweise heftigen Widerstandes wichtig sei, die Befürworter von Abtreibung und Euthanasie nicht von vorneherein abzukanzeln"Wir müssen die Menschen ernstnehmen mit ihren Problemen!"

Auch gerade deshalb sei es wichtig, "den Stimmlosen eine Stimme zu geben".

Ein anderer Jugendlicher kam mit Mitgliedern seiner protestantischen Gemeinde und war erfreut über die Vielfalt beim Schweigemarsch: "Da gibt es keine Grenzen zwischen den Konfessionen, das geht alle Christen an."

Eine junge Frau, die das erste Mal mitlief, betonte, dass sich das Engagement für den Lebensschutz jedoch nicht auf das Christentum beschränken lässt: „Es geht um das Menschsein. Es ist ein Thema, das alle angeht!“

Der nächste Marsch für das Leben in Berlin findet am 22. September 2018 statt.

Alle Interviews werden in den kommenden Tagen in voller Länge auf dem Youtube-Kanal von EWTN.TV veröffentlicht.

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