Souveräner Malteser-Orden und Deutschland nehmen offiziell diplomatische Beziehungen auf

Außenminister Sigmar Gabriel (li.) und Großkanzler Albrecht von Boeslager
Foto: www.orderofmalta.int

Der Souveräne Malteserorden und die Bundesrepublik Deutschland haben am heutigen 15. November angekündigt, miteinander diplomatische Beziehungen aufzunehmen.

Der Großkanzler der Malteser, Albrecht von Boeselager, habe dazu den deutschen Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) in der Villa Magistral, dem Malteser-Hauptquartier in Rom, empfangen. Das teilten sowohl das Auswärtige Amt in Berlin als auch der Orden mit. Beide verbindet eine lange Geschichte der Zusammenarbeit, die nun auf einer offiziellen Stufe bestätigt wurde.

Die Zusammenarbeit mit den Maltesern sei ohnehin eng und gut, sagte Außenminister Gabriel. Wie Radio Vatikan meldet, bestätige dies laut Gabriel die Aufnahme offizieller Beziehungen nun: "Das hat für die Alltagsarbeit, glaube ich, erstmal nur begrenzte Bedeutung – wobei die Tatsache, dass ein Land wie Deutschland die Malteser diplomatisch anerkennt, das heißt einen diplomatischen Status aufbaut, natürlich Rückwirkungen hat in andere Länder", so der Bundesminister.

Zuletzt war der Orden vor allem wegen interner Machtkämpfe in die Schlagzeilen geraten, und wird zur Zeit von einem vorübergehenden Statthalter geführt

Deutschland ist der 107. Staat, mit dem der Orden aufnimmt, der den Status eines unabhängigen Völkerrechtsubjekts genießt, und mit vollem Titel Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta heißt.

Minister Gabriel trifft in Rom auch mit seinem italienischen Amtskollegen Angelino Alfano zusammen, meldet das Außenministerium. "Hier stehen aktuelle europapolitische Themen im Vordergrund: Flucht und Migration, die EU-Austrittsverhandlungen mit Großbritannien und die Zukunft der Europäischen Union", teilte das Amt mit.

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