Missionarin der Nächstenliebe in Indien gesteht, Babies verkauft zu haben

Ordensschwester verkauft Babies
Foto: Pixabay
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Eine Ordensschwester der Missionarinnen der Nächstenliebe hat nach ihrer Verhaftung in Ranchi, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Jharkhand, gestanden, mehrere Babies verkauft zu haben.

Schwestern Concilia, die das Heim Nirmal Hriday in Ranchi leitet hat zugegeben "noch zwei weitere Babies verkauft zu haben. Insgesamt waren es drei, ein viertes haben wir verschenkt."

In einem Video, das auf dem Twitter-Account von India Today veröffentlicht wurde, erklärte die Ordensschwester, dass "niemand im Heim der Missionarinnen der Nächstenliebe davon wusste. Nur Karishma und ich wussten davon. Ich kann mich nicht daran erinnern, an wen wir sie verkauft haben. Wir müssen in den Archiven nachsehen."
https://twitter.com/IndiaToday/status/1018344153984438272

Karishma ist eine Laienhelferin, die mit Schwester Concilia im Heim Nirmal Hriday arbeitete, aus dem sie die Babies nahmen, um sie zu verkaufen. Die Polizei teilte mit, dass drei der Kinder bereits gefunden wurden, nach dem vierten wird weiter gesucht.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete am 16. Juli, die indischen Behörden hätten angeordnet, nach der Verhaftung der Ordensschwester sofort alle "Heime der Missionarinnen der Nächstenliebe im Land zu überprüfen." 

Der Polizeichef des Bundesstaates Jharkhand, D.K. Pandey, bat die Bundesregierung alle Bankkonten der Gemeinschaft einfrieren zu lassen. Die Missionarinnen der Nächstenliebe sind eine Kongregation, die im Jahre 1950 von Mutter Teresa gegründet worden war.

Die Pressesprecherin der Ordensschwestern, Sunita Kumar, erklärte bezüglich dieser Maßnahme gegenüber UCAnews, dass diese Anordnung ein Versuch sei, die "Kongregation finanziell in die Enge zu treiben" und betonte: "Unsere Aktivitäten und Quellen, sowie die Finanzierung unserer Tätigkeiten sind der Regierung bekannt. Wir haben nichts zu verbergen."

Für Prabhkar Tirkey, den Landesvorsitzenden des Christlichen Forums Rashtriya Isai Mahasangh, sind diese staatliche Maßnahmen nichts anderes als eine "Hexenjagd", um die gesamte christliche Gemeinschaft zu schädigen. In Indien ist es die hindu-nationalistische Partei Bharatiya Janata, die die Bundes- und Landesregierung stellt. 

Der Weihbischof von Ranchi, Monsignore Telesphore Bilung, erläuterte, die Regierung habe es auf die christlichen Institutionen abgesehen, um sie zu verleumden.

"Wir haben Informationen über staatliche Interventionen an verschiedenen Orten. Damit versucht die Regierung aufzuzeigen, dass die Christen und alle ihre Institutionen in illegale Machenschaften verwickelt sind", warnte er.

Die illegale Adoption ist ein Geschäft, bei dem in Indien viel Geld fließt. Jedes Jahr gibt es mehr als 100.000 Anzeigen zu vermissten Kindern. Viele von ihnen werden von den eigenen Eltern verkauft, vor allem aus den ärmeren Familien.

Laut Angaben der Nachrichtenagentur "Fides" hatte die Generaloberin der Missionarinnen der Nächstenliebe mitgeteilt, die Kongregation sei "sehr erschüttert über das, was in unserem Haus geschehen ist."

Die Ereignisse "widersprechen völlig unseren Werte. Wir untersuchen diesen Fall sorgfältig" versicherte sie und erklärte sich bereit "alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden."

Die Missionarinnen der Nächstenliebe leiten etwa 770 Häuser weltweit, davon 243 in Indien. In diesen Häusern nehmen sie Sterbende und Obachlose, Kinder und behinderte Menschen auf.

Übersetzt aus dem Spanischen von Susanne Finner.

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