Nach neuen Toten in Peru: Bischöfe fordern tiefgreifenden und umfassenden Dialog

Demonstranten mit Plakaten gegen den peruanischen Übergangs-Präsident Manuel Merino am 12. November 2020
Foto: Wikimedia / Melissa Guadalupe (CC BY-SA 4.0)

Nach wenigen Tagen im Amt ist Interims-Präsident Manuel Merino am gestrigen Sonntag auch zurückgetreten: Das von Unruhen und einer schweren politischen Krise erschütterte Peru ist erneut ohne handlungsfähige Regierung, während bei Protesten am vergangenen Wochenende erneut Menschen ums Leben kamen.

Wie ACI Prensa,die spanischsprachige Partner-Agentur von CNA Deutsch, meldet, riefen die peruanischen Bischöfe in einer Stellungnahme zum Gebet auf. 

 

Der Erzbischof von Piura, José Antonio Eguren, erklärte in einer Predigt am gestrigen Sonntag, dass "die Einheit, das Wohlergehen und der Frieden Perus einen Rosenkranz wert sind" und forderte die Katholiken auf, für ihr Land zu beten.

Der Andenstaat befinde sich in der wohl schwersten politischen Krise der 200-jährigen Geschichte der Republik, so der Prälat weiter. Diese Krise habe auch moralische wie wirtschaftliche Gründe.

Die Bischöfe äußerten in einer Stellungnahme auch Verständnis für die Unruhen: "Jeden Tag wachsen das Misstrauen, die Unsicherheit und die Ungewissheit, unter denen unser Bevölkerung leidet und die irreversible Schäden im Hinblick der Fortschritt Perus verursacht".

"Um aus dieser Krise herauszukommen, ist ein klarer Weg erforderlich. Es ist wichtig, auf die Klagen und Forderungen der Bevölkerung zu hören, um Vertrauen, Ruhe und sozialen Frieden wiederzuerlangen".

Die Bischöfe fordern "einen tiefengreifenden und umfassenden 'sozialen Dialog' von grundlegender Bedeutung auf der Suche nach alternativen Lösungen für Konfrontationen und Konflikte".

Merino, eigentliche Parlamentspräsident, war als Interims-Präsident angetreten, nachdem am 9. November der Kongress der Republik den amtierenden Präsidenten Martin Vizcarra mit überwältigender Mehrheit wegen "moralischer Unfähigkeit" abgesetzt hatte. 

Gegen Vizcarra ermittelt die peruanische Staatsanwaltschaft wegen massiven Korruptionsvorwürfen.

Der Kongress ist gemäß Verfassung zu einer Amtsenthebung rechtlich befähigt – die Entscheidung führte jedoch zu weiteren öffentlichen Unruhen.

Noch gestern Abend kam der Kongress in einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um eine Lösung und einen Ersatz für den Präsidenten zu finden, der bis zu den Präsidentschaftswahlen am 11. April 2021 im Amt bleiben soll. Merino war bereits der dritte Präsident seit 2016.

Allein bis zum Samstagabend, dem 14. November, betrug die Zahl der Opfer der Proteste in Peru laut "Fides" zwei Tote und 107 Verletzte, von denen 34 schwer verletzt wurden und sich noch im Krankenhaus befinden.

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