Neues Buch enthüllt Einzelheiten des Todes von Papst Johannes Paul I.

Papst Johannes Paul I.
Foto: Wikipedia / Sentinelle del mattino International (CC-BY-2.0)
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Eine neues Buch enthüllt bislang unbekannte Einzelheiten über den Tod von Papst Johannes Paul I – der 1978 nach nur 33 Tagen im Amt starb – und bestätigt: Der Pontifex starb an einem Herzinfarkt.

Die Journalistin Stefania Falasca ist Autorin des Buches, dessen Titel auf Deutsch "Papa Luciani, Chronik eines Todes" heißt. Sie legt darin gründlich recherchierte Beweise vor, darunter bislang nicht veröffentliche medizinische Befunde, Augenzeugenberichte und vatikanische Dokumente. Sie alle belegen, dass Papst Johannes Paul I. einem Herzinfarkt erlag.

Albino Luciani wurde am 17. Oktober 1912 im nordostitalienischen Venetien geboren. Er wurde im Alter von 65 Jahren zum Papst gewählt. Er wählte den Namen Johannes Paul zu Ehren seiner beiden unmittelbaren Vorgänger, dem heiligen Johannes XXIII. und dem seligen Paul VI.

Seine Amtszeit war jedoch nur eine kurze – er starb plötzlich am 28. September 1978, nach 33 Tagen im Amt. Kein Wunder, dass es schnell – neben dem nun erneut bestätigten Befund des Herzinfarkts – zu Verschwörungstheorien um seinen Tod kam, bis hin zu Spekulationen über einen möglichen Mord.

Das am morgigen 7. November auf den Markt kommende Buch soll nun ungefähr zur gleichen Zeit erscheinen, wie eine Ankündigung – so zumindest der papstnahe Vatikanist Andrea Tornielli, dass Papst Franziskus seinem Vorgänger den heroischen Tugendgrad zusprechen wird. Dies wäre der erste Schritt auf dem Weg zu einer Heiligsprechung. Zwei Wunder, die der Fürsprache des verstorbenen Papstes zugeschrieben werden, untersucht der Vatikan derzeit bereits.

In ihrem Buch schildert Falasca, die auch Vize-Postulatorin für das Heiligsprechungsverfahren ist, dass der Papst am Abend vor seinem Tod für etwa fünf Minuten an starken Schmerzen im Brustbereich litt.

Dieses Herzinfarkt-Symptom ereilte Johannes Paul I. bei der Vesper – dem Abendgebet – in der Kapelle, wo der Papst gemeinsam mit seinem irischen Sekretär, Monsignore John Magee, vor dem Essen betete. Den Vorschlag, einen Arzt zu rufen lehnte der Pontifex ab. Die Schmerzen klangen von alleine ab. Sein Leibarzt, Renato Buzzonetti, wurde über den Vorfall erst nach dem Tod des Papstes informiert. 

Entgegen der ersten Mitteilung aus dem Vatikan waren es jedoch nicht die Sekretäre des Papstes, die ihn als erste am Morgen auffanden, sondern eine junge Nonne.

Als die ältliche Schwester Vicenza bemerkte, dass der Papst nicht aus seinem Schlafzimmer herauskam, um seinen Morgenkaffee zu trinken, klopfte sie an seine Tür, und öffnete diese, als sie keine Antwort vernahm.

Schockiert drehte sie sich jedoch sofort wieder um und rief die jüngere Schwester Margherita Marin. Diese schildert in ihrer eidesstattlichen Erklärung, dass sie in das Zimmer ging, und "seine Hände berührte, sie waren kalt, und ich sah, zu meinem Erstaunen, dass seine Nägel ein wenig dunkel waren".

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, der aus der gleichen Region stammt wie der verstorbene Papst, schreib ein Vorwort zum Buch. Darin erzählt er, dass Kardinal Luciani als Patriarch von Venedig bereits 1975 an einem Herzproblem litt und dafür behandelt wurde.

Die heute 76 Jahre alte Schwester Margherita beschrieb in ihrer Aussage den Papst als "ruhig, gelassen, voller Vertrauen und Zuversicht". 

Aus vielen Teilen der Welt kamen unmittelbar nach seinem Tod erste Bitten, den Verstorbenen heilig zu sprechen. Diese wurden 1990 mit einem Schreiben formal bestätigt, dass 226 brasilianische Bischöfe unterzeichneten.

Am 23. November 2003 ernannte sein Nachfolger, Johannes Paul II. ihn zum Diener Gottes.

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