"Niemand vertritt die Gleichberechtigung so sehr wie die Kirche"

Interview mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick

Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg) ist Teil der deutschen Delegation in Panama.
Foto: EWTN.TV
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Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sprach am 23. Januar 2019 mit dem katholischen Fernsehsender EWTN.TV über den Weltjugendtag in Panama und schilderte dabei auch seine Eindrücke von seinem Besuch bei einem indigenen Volksstamm. Schick ist Vorsitzender der Kommission Weltkirche und Teil der deutschen Delegation der Bischofskonferenz, die diese Tage beim Weltjugendtag in Panama verbringt.

"Der Weltjugendtag hat schon eine Anziehungskraft", so der Bamberger Oberhirte. Trotz der "ungünstigen Jahreszeit"freue er sich, dass dennoch viele Jugendliche aus Deutschland mitgefahren sind.

Besonders beeindruckt zeigte sich Erzbischof Schick von einem Besuch bei einem indigenen Volksstamm in Panama, den das Hilfswerk Adveniat organisiert hatte. "Das hat mich sehr berührt. Die Kraft, die in diesen Kulturen steckt."

Die Situation der Weltkirche bewertet Schick sehr hoffnungsvoll, da die Zahl der Christen weltweit steige.

"Wir brauchen eine Welt, die vom christlichen Geist geprägt ist. Niemand vertritt so die Gleichberechtigung, niemand vertritt so die Würde aller Menschen, niemand vertritt so die Liebe und die Solidarität unter allen Menschen. Da haben wir etwas ganz Großes einzubringen."

Es sei weiterhin nötig, den Glauben zu den Menschen zu bringen, wenngleich es dabei nicht "Rekrutierung, sondern um Evangelisierung"gehe: "Wir wollen die gute Botschaft Jesu zu den Menschen bringen und dort soll sie wirken wie Sauerteig für Gerechtigkeit, Frieden, Liebe, Solidarität unter allen."

Auch die sozialen Netzwerke spielen dabei eine wichtige Rolle. Erzbischof Schick, der seinen Twitter-, Facebook- und Instagram-Account selbst bedient, sieht darin eine Chance, dass junge Menschen eine Beziehung zum Glauben bekommen.

Als eine der Ursachen für das Glaubwürdigkeitsproblem der deutschen Kirche glaubt Schick: "Wir haben in manchen Teilen der Kirche diese ständige Buße und Umkehr einfach nicht genügend im Blick gehabt".

Vom Weltjugendtag in Panama erhofft sich der Bamberger Erzbischof vor allem "Freude und Hoffnung"für die jugendlichen Pilger: "Wir sind in Deutschland oft etwas zu pessimistisch, zu nachdenklich, haben nicht genügend den Blick nach vorne. Aus der Hoffnung wächst Freude."

Das komplette Interview mit Erzbischof Ludwig Schick gibt es hier:

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