Papst an Richter: Das Ehe-Gewissen muss dringend gebildet werden

Papst Franziskus mit den Richtern der Rota.
Foto: Vatican Media
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Immer wieder hat Papst Franziskus gewarnt, dass zu wenige Katholiken wirklich verstehen, was das Sakrament der Ehe bedeutet. 

Gegenüber den Richtern der Römischen Rota – einer der drei Gerichtsbarkeiten des Heiligen Stuhls – betonte der Pontifex am heutigen Montag zum Auftakt des Gerichtsjahres, dass die Bildung des Gewissens der Gläubigen eine zentrale Rolle spielt. Im bürokratischen Prozess der Ehenichtigkeitsverfahren dürfe diese nicht in den Hintergrund rücken, warnte Franziskus.

Zu den Hauptaufgaben der Rota gehört die Prüfung von Beschwerden in Nichtigkeits- oder Annullierungsfällen. Der Nichtigkeitsprozess wurde von Papst Franziskus im Dezember 2015 gestrafft, um die Rolle der lokalen Bischöfe zu stärken und die Forderung zu beseitigen, dass die ersten bestätigenden Urteile von einem höheren Gericht überprüft werden.

Der Pontifex wies darauf hin, dass "Sie sich angesichts der Nichtigerklärung oder der Bestätigung der Eheschließung gewissermaßen als Experten des Gewissens der christlichen Gläubigen verhalten".

In dieser Funktion seien Richter aufgerufen, sich demütig, immer wieder, Gottes Beistand zu vergewissern. 

"Es ist notwendiger denn je, eine kontinuierliche Erfahrung des Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe zu haben, damit sich junge Menschen mit einem sicheren und gelassenen Gewissen wieder für die eheliche Einheit entscheiden können, die der Gabe der Kinder und der Freude für Gott, für die Kirche und für die Menschheit. "

Franziskus betonte die Dringlichkeit und Wichtigkeit des pastoralen Handelns der ganzen Kirche: Es sei ein langes und keineswegs einfaches Unterfangen, das von Bischöfen und Priestern verlange, "unermüdlich daran zu arbeiten, das christliche Gewissen unseres Volkes zu erleuchten, zu verteidigen und zu erhalten."

Abschließend unterstrich der Papst die Bedeutung der Eheschließung auch nach dem Empfang des Sakraments: "Der Glaube und das Licht, das nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft erleuchtet, sind Ehe und Familie, die Zukunft von die Kirche und die Gesellschaft. Es ist notwendig, einen Zustand des ständigen Katechumenats zu fördern, damit das Gewissen der Getauften für das Licht des Geistes offen bleibt. "

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