Papst Franziskus betet Kreuzweg mit Kindern und Jugendlichen

Papst Franziskus beim Gebet des Kreuzwegs auf dem Petersplatz am Karfreitag, 1. April 2021
Foto: Vatican Media

Auf dem Petersplatz – statt dem Kolosseum, was wegen der Covid-19-Epidemie nicht möglich war – hat Papst Franziskus am Karfreitag einen Kreuzweg gebetet, dessen Betrachtungen von Kindern und Jugendlichen sowie deren Betreuer verfasst wurden. 

Das Gebet begann um 21.00 Uhr vor dem beleuchteten Petersdom.

Papst Franziskus hatte eine Pfadfindergruppe aus Mittelitalien und Jugendliche aus einer römischen Gemeinde ausgewählt, um die Texte für den diesjährigen Kreuzweg vorzubereiten.

Die Pfadfindergruppe Agesci "Foligno I" in Umbrien, bestehend aus 145 Jugendlichen im Alter von acht bis 19 Jahren, hat die Meditationen und Gebete erarbeitet.

Eine weitere Gruppe von etwa 500 Kindern aus dem Erstkommunion- und Firmkatechismusunterricht der südrömischen Pfarrei der Heiligen Märtyrer von Uganda trug ebenfalls dazu bei.

Der Vatikan teilte mit, dass die Entscheidung, Kinder einzuladen, die Meditationen zu schreiben, wie folgt getroffen worden sei: "Papst Franziskus hat die Gläubigen aufgerufen, die Leiden der Menschheit mit den Augen von Kindern zu betrachten, indem er ihnen in diesem Jahr die Meditationen für den Kreuzweg anvertraut hat."

"Er bittet uns, ihre Perspektive auf die heutige Welt tiefer zu betrachten, besonders in dieser tragischen Zeit der Pandemie."

Jede der 14 Stationen wurde von einer Zeichnung von Heranwachsendenund Jugendlichen begleitet, die in Familienheimen in Rom leben.

Das Familienheim Mater Divini Amoris wird von den Schwestern der Kongregation der Töchter Unserer Lieben Frau von der Göttlichen Liebe geleitet und betreut derzeit acht Kinder im Alter von drei bis acht Jahren.

Das Familienheim Tetto Casal Fattoria ist eine soziale Kooperative, die Kinder und Jugendliche "beim Wachstum und Aufbau eines Lebensprojekts unterstützt."

Papst Franziskus saß auf einem samtbezogenen Stuhl auf einer mit Scheinwerfern beleuchteten Plattform mit Blick auf den Platz und stand auf, um am Ende jeder Station ein Gebet zu lesen. Hinter ihm hing ein scharlachroter Vorhang mit einem großen Kruzifix, unter dem Kerzen brannten.

Das einleitende Gebet lautete: 

"Lieber Jesus, du weißt, dass auch wir Kinder Kreuze zu tragen haben, die weder leichter noch schwerer sind als die Kreuze der Erwachsenen. Sie sind richtige Kreuze, und wir spüren, wie schwer sie sind, auch nachts. Und nur du weißt das und nimmst sie ernst. Nur du."

Die Betrachtungen wurden von Kindern vorgelesen, während eine kleine Gruppe, die ein einfaches schwarzes Kreuz trug, um den ägyptischen Obelisken in der Mitte des Petersplatzes herumging, angeführt von vier Personen, die brennende Fackeln trugen.

Die Gruppe, die aus Kindern und Erziehern mit Mundschutz bestand, bewegte sich entlang einer Route, die von kleinen Feuern gesäumt war. Die Lichter bildeten ein großes flackerndes Kreuz auf dem ansonsten leeren Platz.

Im Verlauf der Stationen bewegte sich die Prozession auf Papst Franziskus zu. Vor der 14. und letzten Station überreichte ein Mädchen dem Papst das Kreuz. Er hielt es fest und drückte seine Stirn darauf, während die Meditation und das Gebet vorgelesen wurden. Die diesjährigen Stationen schlossen mit einem Schlussgebet, das lautete: 

"Herr, guter Vater, auch in diesem Jahr haben wir den Kreuzweg deines Sohnes Jesus betrachtet. Wir haben es mit den Stimmen und Gebeten der Kinder getan, die du selbst als Beispiel hingestellt hast, um in dein Reich einzugehen.

Hilf uns, wie sie zu werden – klein, bedürftig an allem, offen für das Leben. Gib, dass wir die Reinheit des Sehens und des Herzens wiedererlangen.

Wir bitten dich, segne und beschütze alle Kinder dieser Welt, damit sie in Weisheit und Gnade heranwachsen, um den Plan des Guten zu erkennen und zu verfolgen, den du für jedes einzelne erdacht hast.

Segne auch die Eltern und alle, die mit ihnen bei der Erziehung dieser deiner Kinder zusammenarbeiten, damit sie sich immer mit dir verbunden fühlen, wenn sie Leben und Liebe schenken."

Der ursprünglich geplante kurze Ansprache von Papst Franziskus entfiel. Stattdessen spendete der Pontifex seinen Apostolischen Segen, bevor er mit den geherzten Kindern die Bühne verließ.

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