Papst Franziskus: Das Gebet ist ein "Blankoscheck"

Pontifex betet für Lehrer und Schüler in der Coronavirus-Pandemie – und ruft alle Menschen auf, das Beten "doch einfach einmal auszuprobieren!"

Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 13. Mai 2020
Foto: Vatican Media / CNA Deutsch
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Über das Gebet hat Papst Franziskus am heutigen Mittwoch in der Generalaudienz gesprochen – und alle Menschen aufgerufen, "es doch einfach einmal auszuprobieren!"

Zuvor betete der Pontifex in seiner Frühmesse für alle Lehrer und Schüler in der Coronavirus-Pandemie.

"Wir beten heute für die Studenten, für die Schüler sowie die Lehrkräfte, die neue Wege finden müssen, um im Unterricht voranzukommen. Möge der Herr ihnen auf diesem Weg helfen, ihnen Mut und auch einen guten Erfolg schenken!"

In seiner Predigt am 13. Mai forderte Franziskus seine Zuhörer in aller Welt auf: "Fragen wir uns heute: Wie ist die Beziehung zwischen Jesus, der in mir bleibt, und mir, der in ihm bleibt? Das ist eine mystische Beziehung, eine Beziehung ohne Worte."

Wie diese Beziehung zu Gott für Christen im Gespräch des Gebets lebendig wird: Darüber sprach der Papst in seiner Katechese bei der Generalaudienz wenig später.

"Das Beten ist nichts Nebensächliches, es ist nicht irgendeine zweitrangige, marginale Fähigkeit, sondern unser innerstes Geheimnis", betonte Franziskus.

Seine Ansprache wurde auch heute wieder aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes im Vatikan übertragen. Dabei betonte der Papst, dass sich Gott gezeigt habe – "Gott offenbart seine Herrlichkeit in der Armut von Bethlehem, in der Anbetung der Heiligen Drei Könige, in der Taufe am Jordan, im Wunder der Hochzeit zu Kana". Davon zehre auch das Gebet der Christen.

"Unser Innerstes betet! Unsere Emotionen drücken sich im Gebet aus, aber man kann nicht sagen, dass Gebet nur Emotion ist. Der Verstand drückt sich im Gebet aus, aber Beten ist nicht nur ein intellektueller Akt".

Auch der Körper betet, selbst bei Menschen mit Behinderungen, betonte Franziskus: "Es ist also der ganze Mensch, der betet, wenn sein Herz betet."

Dabei unterschied der Papst heute auch die christliche Gottesbeziehung von anderen Religionen: Das Christentum kenne keine Begriffe wie "Unterwerfung" oder "Knechtschaft", so Franziskus, sondern bediene sich einer Sprache, die "Freundschaft" und "Nähe" zu Gott betont.

Auch Jesus habe in seiner Abschiedsrede an die Jünger von "Freunden" gesprochen, wie das Johannesevangelium berichtet. Darin sei auch das Verhältnis des Christen im Gebet begründet, fuhr Franziskus fort.

"Das ist ein Blankoscheck: Alles, um was ihr den Vater in meinem Namen bittet, werde ich euch erfüllen... Probieren wir es doch mal aus!"

In seinen Grüßen an die polnischsprachigen Gläubigen verlieh Franziskus heute seiner Zuneigung zu Johannes Paul II. Ausdruck. Wie "Vatican News" berichtete, sagte er: "Nächsten Montag ist der hundertste Jahrestag der Geburt Johannes Paul II.; ich werde um 7 Uhr die Messe am Altar vor seinem Grab feiern, die über die Medien weltweit übertragen wird. Danken wir Gott dafür, dass er uns diesen Bischof von Rom gegeben hat, diesen heiligen Bischof, und bitten wir ihn um Hilfe: dass er dieser Kirche von Rom dabei helfen möge, umzukehren und vorwärts zu gehen."

Am Geburtstag von Johannes Paul II. werden auch in Italien wieder öffentlich Gottesdienste gefeiert – und die tägliche Live-Übertragung aus der Kapelle des Domus Sanctae Marthae soll damit beendet werden.

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