Papst Franziskus ernennt italienischen Franziskaner zum Erzpriester von St. Peter

Ernennung zum Kardinal am 28. November 2020: Papst Franziskus setzt dem italienischen Franziskanerminoriten Mauro Gambetti den Kardinalshut auf.
Foto: Vatican Media

Papst Franziskus hat am Samstag den italienischen Kardinal Mauro Gambetti zum Nachfolger von Kardinal Angelo Comastri als Erzpriester des Petersdoms und Generalvikar für den Staat Vatikanstadt ernannt.

Der Rücktritt von Comastri, 77, wurde ebenfalls am heutigen 20. Februar von Papst Franziskus angenommen. Comastri hatte diese Ämter seit 2005 inne.

Der aus der Toskana stammende Gambetti, der im November 2020 als einer von sechs Italienern zum Kardinal ernannt wurde, war von 2013 bis 2020 Generalkustos oder Leiter des Klosters an der Basilika St. Franziskus in Assisi.

Mit 55 Jahren ist Gambetti das drittjüngste Mitglied des Kardinalskollegiums. Er ist seit 1992 Mitglied des Ordens der Minderen Brüder Konventualen, und laut "GCatholic.org" ist er der erste Franziskaner-Konventuale, der seit 1861 Kardinal wurde, berichtete "CNA".

(Die Konventualen – im Volksmund "Schwarze Franziskaner" und England Greyfriars genannt, jeweils aufgrund der dortigen Farbe ihrer Ordenstracht – sind auch bekannt als "Minoriten" und einer der drei Hauptzweige der Franziskanischen Orden.)

Geboren 1965 in einer kleinen Stadt außerhalb von Bologna, erwarb Gambetti einen Abschluss in Maschinenbau an der Universität von Bologna – der ältesten Universität der Welt – bevor er im Alter von 26 Jahren den Franziskaner-Konventualen beitrat.

Er legte 1998 seine endgültigen Gelübde ab und wurde im Jahr 2000 zum Priester geweiht. Nach seiner Priesterweihe diente er in der Jugendseelsorge in der italienischen Region Emilia Romagna, bevor er 2009 zum Oberen der Franziskaner in der Provinz Bologna gewählt wurde.

Bei seiner Bischofsweihe am 22. November 2020 in der Basilika des Heiligen Franz von Assisi sagte Gambetti, er habe das Gefühl, einen Sprung in die Tiefe zu wagen.

"Es gibt Wendepunkte im Leben, bei denen man manchmal Sprünge machen muss. Was ich jetzt erlebe, betrachte ich als einen Sprung vom Sprungbrett ins offene Meer, während ich mich selbst wiederholen höre: 'duc in altum'", sagte der italienische Kleriker und zitierte den Befehl Jesu an Simon Petrus, "in die Tiefe hinauszufahren."

Der Erzpriester des Petersdoms ist für den Gottesdienst und die pastorale Tätigkeit in der Basilika verantwortlich. Das Amt hat eine lange Geschichte und war immer einem Kardinal zugeordnet. Seit 1991 ist der Erzpriester der Basilika auch der Vikar des Papstes für den Staat Vatikanstadt.

Der Erzpriester ist einer der engsten Mitarbeiter des Papstes und verwaltet und organisiert die Gottesdienste in dem symbolträchtigsten Gotteshaus der katholischen Welt mit 45 Altären und 11 Kapellen sowie weiteren Kapellen unterhalb der Basilika in den Vatikanischen Grotten.

Comastri ist unter seinen Landsleuten als Prediger bekannt. Während der Coronavirus-Maßnahmen in Italien im Frühjahr 2020 begann er, einen täglichen Livestream des Rosenkranzes aus dem Petersdom zu beten.

Aus einer Stadt in der südlichen Toskana stammend, wurde Comastri 1967 zum Priester geweiht. Seine erste Anstellung im Vatikan hatte er 1968 als Beamter in der Bischofskongregation.

Drei Jahre später kehrte er in seine Diözese zurück, um das diözesane Priesterseminar zu leiten. Danach war er 11 Jahre lang Pfarrer einer Pfarrei, bevor er 1990 zum Bischof von Massa Marittima-Piombino ernannt wurde.

Im Jahr 1994 musste der Italiener wegen eines plötzlichen Herzproblems als Bischof zurücktreten, aber nachdem er sich zwei Jahre später erholt hatte, wurde er zum Prälaten von Loreto und zum päpstlichen Delegaten für die Basilika des Heiligen Hauses in Loreto gewählt.

Comastri hielt 2003 die Exerzitien für Papst Johannes Paul II. und die römische Kurie.

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