Papst Franziskus ist zu seiner Apostolischen Reise nach Kasachstan aufgebrochen

Papst Franziskus, 11. September 2022
Foto: Vatican Media

Papst Franziskus ist am Dienstagmorgen zu seiner dreitägigen Apostolischen Reise nach Kasachstan aufgebrochen. In der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan will er am "Kongress der Führer der Welt- und Traditionsreligionen" teilnehmen.

Kasachstan gehört flächenmäßig mit 2,7 Millionen Quadratkilometern zu den größten Ländern der Welt. Gleichzeitig leben weniger 19 Millionen Menschen in der ehemaligen Sowjetrepublik, die seit 1991 unabhängig ist. Die Neuanfänge der katholischen Kirche im Land – Christen gab es dort schon in den ersten Jahrhunderten – lassen sich auch auf dieses Jahr zurückdatieren: Damals gründete Papst Johannes Paul II. die Apostolische Administratur Kasachstan.

Angaben des Heiligen Stuhls zufolge leben in Kasachstan heute etwa 125.000 Katholiken. Die Mehrheit der Einwohner (70 Prozent) bekennt sich zum Islam. In ganz Kasachstan gibt es nur 81 Pfarreien und knapp über 100 Priester, aber bereits mehrere Bistümer. Papst Franziskus wird in der Hauptstadt Nur-Sultan bleiben, die zuvor Astana hieß. Entsprechend bleibt er auf dem Boden der Erzdiözese der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu Astana.

Erzbischof von Astana ist Tomasz Peta, der aus Polen stammt und 1990 nach Kasachstan ging. Ihm zur Seite steht Weihbischof Athanasius Schneider ORC, der auch unter deutschsprachigen Katholiken gut bekannt ist.

Franziskus ist nach Papst Johannes Paul II. der zweite Bischof von Rom, der Kasachstan besucht. Johannes Paul war im September 2001, wenige Tage nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York, nach Astana geflogen. Auch er beschränkte sich auf die Hauptstadt und flog einige Tage nach seiner Ankunft nach Armenien weiter.

Programm der Papstreise

Papst Franziskus soll planmäßig um 17:45 Uhr Ortszeit in Nur-Sultan ankommen. Die Zeitverschiebung beträgt vier Stunden – in Rom ist es dann also erst 13:45 Uhr.

Am Abend wird er dem kasachischen Präsidenten einen Höflichkeitsbesuch abstatten und dann vor Vertretern der Zivilgesellschaft eine Rede halten.

Zur Eröffnung des "Kongresses der Führer der Welt- und Traditionsreligionen", dem eigentlichen Anlass der Reise, wird der Papst am nächsten Morgen eine Ansprache halten. Danach stehen private Begegnungen mit Führungspersönlichkeiten verschiedener Religionen auf dem Programm.

Am späten Nachmittag findet die einzige öffentliche Messe mit Papst Franziskus statt.

Für den Donnerstag steht, wie bei anderen Papstreisen auch, eine private Begegnung mit Mitgliedern der Gesellschaft Jesu an. Papst Franziskus ist selbst Jesuit. Gefolgt wird dies von einer Ansprache vor Bischöfen, Priestern, Diakonen, Ordensleuten und anderen in der Pastoral tätigen Menschen.

Zum Abschluss des zweitägigen "Kongresses der Führer der Welt- und Traditionsreligionen" am Nachmittag hält der Papst wiederum eine Rede, bevor er um 16:45 Uhr nach einer Abschiedszeremonie den Rückflug antritt.

Die Ankunft in Rom ist für 20:15 (Ortszeit) vorgesehen.

Mit Spannung wird erwartet, ob sich der Pontifex beim obligatorischen Interview im Flugzeug auch zur Situation der Kirche in Deutschland äußert wird. Bei der vierten Synodalversammlung des "Synodalen Wegs" in der vergangen Woche waren zahlreiche Beschlüsse verabschiedet worden, die der überlieferten Lehre der Kirche entgegenstehen.

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