Papst Franziskus nimmt Rücktritt des Erzbischofs von Paris an

Arzt, Bioethiker – und Erzbischof von Paris: Monsignore Michel Aupetit.
Foto: Facebookseite Msgr Aupetit

Papst Franziskus hat am Donnerstag den Rücktritt von Erzbischof Michel Aupetit angenommen. Hintergrund ist eine Kontroverse über eine angebliche frühere Beziehung mit einer Frau, bevor er Erzbischof von Paris war, wie CNA Deutsch berichtete.

In einer Erklärung des Pressebüros des Heiligen Stuhls vom 2. Dezember hieß es, Papst Franziskus habe den von Aupetit eingereichten Rücktritt angenommen und Erzbischof Georges Pontier, den emeritierten Erzbischof von Marseille, zum interimistischen apostolischen Administrator ernannt.

Aupetit, der 2018 in der französischen Hauptstadt eingesetzt wurde, hatte sich schriftlich an den Papst gewandt, nachdem das französische Wochenmagazin Le Point einen Bericht veröffentlicht hatte, in dem er als "autoritäre und spaltende Figur" dargestellt wurde.

In dem Bericht wurden auch Bedenken über Aupetits Kontakte zu einer Frau geäußert, die bis ins Jahr 2012 zurückreichen, als er Generalvikar der Erzdiözese Paris war.

Der 70-jährige Erzbischof, der nach seiner Tätigkeit als Arzt erst spät zum Priestertum berufen wurde, erklärte gegenüber Le Point, er habe keine sexuelle Beziehung zu der Frau gehabt.

Er sagte: "Mein Verhalten ihr gegenüber könnte zweideutig gewesen sein und somit die Existenz einer intimen Beziehung und sexueller Beziehungen zwischen uns suggerieren, was ich entschieden zurückweise ... Ich habe beschlossen, sie nicht mehr zu sehen und habe sie darüber informiert."

Aupetit sagte der französischen katholischen Tageszeitung La Croix, dass er mit Kardinal Marc Ouellet, dem Präfekten der vatikanischen Bischofskongregation, über seine Situation gesprochen habe, ebenso wie mit Erzbischof Celestino Migliore, dem Apostolischen Nuntius in Frankreich.

"Es geht nicht darum, was ich in der Vergangenheit hätte tun oder lassen sollen - sonst wäre ich schon lange gegangen -, sondern darum, eine Spaltung zu vermeiden, wenn ich selbst eine Quelle der Spaltung bin", sagte er.

In einer Erklärung vom 2. Dezember, die auch in Form einer Videobotschaft veröffentlicht wurde, sagte Aupetit: "Die schmerzlichen Ereignisse der vergangenen Woche, über die ich bereits gesprochen habe, haben mich dazu veranlasst, meine Mission in die Hände von Papst Franziskus zu legen, um die Erzdiözese vor der Spaltung zu bewahren, die Verdächtigungen und Vertrauensverluste immer hervorrufen."

"Ich habe diese schwere Last von der Erzdiözese Paris erhalten und habe versucht, sie mit Eifer und Hingabe zu erfüllen. Ich danke Gott, der mir immer die Gabe eines wohlwollenden Blicks auf meine Mitmenschen und die Liebe zu den Menschen geschenkt hat, die mich überhaupt erst zur Ausübung des Arztberufs geführt hat. Die Fürsorge ist etwas, das tief in mir verwurzelt ist, und die Schwierigkeiten in den zwischenmenschlichen Beziehungen tun dem keinen Abbruch."

Er fügte hinzu: "Die Angriffe auf mich haben mich natürlich sehr erschüttert. Heute danke ich Gott, dass mein Herz in tiefem Frieden ist. Ich danke den vielen, vielen Menschen, die mir in den vergangenen acht Tagen ihr Vertrauen und ihre Zuneigung geschenkt haben."

"Ich bete für diejenigen, die mir vielleicht etwas Böses gewünscht haben, so wie Christus es uns gelehrt hat, der uns über unsere schwachen Kräfte hinaus hilft. Ich bitte diejenigen um Verzeihung, die ich vielleicht verletzt habe, und versichere Sie alle meiner tiefen Freundschaft und meines Gebets, das immer das Ihre sein wird."

Zum Abschluss seiner Botschaft erinnerte er an die Worte seiner ersten Predigt als Erzbischof von Paris: "Schaut nicht auf den Erzbischof, schaut auf Christus!"

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.