Papst Franziskus träumt von Kommunikation, die sich „vom Heiligen Geist“ leiten lässt

Papst Franziskus am 22. Januar 2023
Foto: Vatican Media

In seiner Botschaft zum diesjährigen Welttag der sozialen Kommunikationsmittel hat Papst Franziskus das Thema „Sprechen mit dem Herzen“ behandelt. Dabei stellte er es auch in den Kontext von Synodalität und erklärte: „Ich träume von einer kirchlichen Kommunikation, die es versteht, sich vom Heiligen Geist leiten zu lassen, freundlich und zugleich prophetisch; die es versteht, neue Formen und Wege für die wunderbare Botschaft zu finden, die in das dritte Jahrtausend weiterzutragen sie berufen ist.“

„Von einer Kommunikation, die sich auf die Beziehung zu Gott und zum Nächsten, insbesondere zu den Bedürftigsten, konzentriert und die es versteht, das Feuer des Glaubens zu entfachen, anstatt die Asche einer selbstbezogenen Identität aufzubewahren“, so der Papst weiter. „Von einer Kommunikation, deren Grundlage demütiges Zuhören und die parresia beim Sprechen ist, welche niemals die Wahrheit von der Liebe trennt.“

„Es ist das Herz, das uns dazu bewegt, hinzugehen, zu sehen und zuzuhören, und es ist das Herz, das uns zu einer offenen und einladenden Kommunikation bewegt“, zeigte sich der Pontifex in dem am 24. Januar 2023 veröffentlichen Schreiben überzeugt. „Wir brauchen uns nicht uns davor zu fürchten, die Wahrheit zu verkünden, auch wenn sie manchmal unbequem ist, sondern davor, dies ohne Nächstenliebe zu tun, ohne Herz.“

Papst Franziskus rief die Menschen zu einer herzlichen Kommunikation auf, was bedeute, „dass diejenigen, die uns lesen oder zuhören, unsere Anteilnahme an den Freuden und Ängsten, Hoffnungen und Leiden der Frauen und Männer unserer Zeit nachvollziehen können. Wer so spricht, liebt den anderen, weil er oder sie sich um ihn oder sie sorgt und seine Freiheit schützt, ohne sie zu verletzen.“

„Wir alle sind dazu aufgerufen, die Wahrheit zu suchen und zu sagen, und zwar in Liebe“, so der Pontifex weiter. „Gerade wir Christen werden immer wieder ermahnt, unsere Zunge vor dem Bösen zu hüten, denn mit ihr können wir, wie die Schrift lehrt, im gleichen Augenblick den Herrn preisen und die Menschen, die doch nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind, verfluchen.“

Vorbild des heiligen Franz von Sales

Ausdrücklich bezog sich Franziskus auf den heiligen Franz von Sales, an dessen Festtag die Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel jährlich veröffentlicht wird. Er sei ein leuchtendes und faszinierendes Beispiel für das Sprechen mit dem Herzen.

„Franz von Sales, ein brillanter Intellektueller, produktiver Schriftsteller und tiefgründiger Theologe, war zu Beginn des 17. Jahrhunderts Bischof von Genf – in schwierigen Jahren, die von heftigen Auseinandersetzungen mit den Calvinisten geprägt waren“, führte der Papst aus. „Seine milde Haltung, seine Menschlichkeit, seine Bereitschaft zum geduldigen Dialog mit allen und besonders mit denen, die sich ihm widersetzten, machten ihn zu einem außergewöhnlichen Zeugen der barmherzigen Liebe Gottes.“

Kommunikation dürfe auch heute nicht auf eine „Marketingstrategie“ reduziert werden, mahnte der Papst, sondern müsse wie bei Franz von Sales „der Spiegel der Seele“ sein, „die sichtbare Oberfläche eines für die Augen unsichtbaren Kerns der Liebe“.

Die Schriften des Heiligen seien, wie Papst Paul VI. es formuliert hatte, „eine äußerst angenehme, lehrreiche und anregende Lektüre“. Vor diesem Hintergrund fragte Franziskus mit Blick auf die heutige Kommunikationslandschaft: „Sind das nicht genau die Merkmale, über die ein Artikel, eine Reportage, ein Radio- oder Fernsehbeitrag oder ein Post in den sozialen Medien verfügen sollte?“

„Mögen sich die, die im Bereich der Kommunikation tätig sind, von diesem Heiligen der Zärtlichkeit inspirieren lassen, indem sie mutig und frei die Wahrheit suchen und sagen, aber der Versuchung widerstehen, plakative und aggressive Ausdrücke zu verwenden“, wünschte der Papst.

Kommunikation für den Frieden

Abschließend erklärte der Pontifex: „Es ist heute notwendiger denn je, mit dem Herzen zu sprechen, um dort, wo Krieg herrscht, eine Kultur des Friedens zu fördern und dort, wo Hass und Feindschaft wüten, Wege für Dialog und Versöhnung zu öffnen.“

„Im dramatischen Kontext globaler Konflikte, den wir derzeit erleben, ist es dringend notwendig, eine nicht feindselige Kommunikation zu fördern“, betonte Franziskus. „Es ist notwendig, die Gewohnheit zu überwinden, ‚den Gegner schnell zu diskreditieren und mit demütigenden Schimpfwörtern zu versehen, anstatt sich einem offenen und respektvollen Dialog zu stellen‘.“

Es brauche vielmehr „dialogbereite Kommunikatoren, die für eine ganzheitliche Abrüstung eintreten und sich für den Abbau der Kriegspsychose engagieren, die sich in unsere Herzen einnistet“. Jegliche Kriegsrhetorik sei demgegenüber abzulehnen, „ebenso wie jede Form von Propaganda, die die Wahrheit manipuliert und zu ideologischen Zwecken verbiegt“.

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