Papst Franziskus: "Um Vergebung bitten für das, was Menschen der Natur antun"

Das Buch "Nostra Madre Terra" enthält einen bislang unveröffentlichten Text von Papst Franziskus über "Unsere Mutter Erde"

Papst Franziskus
Foto: Daniel Ibanez / ACI
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"Es wäre schön, wenn wir fähig würden, die Armen, die Ausgeschlossenen um Verzeihung zu bitten. Dann würden wir auch fähig werden, ehrlich das Übel zu bereuen, das wir der Erde, dem Meer, der Luft, den Tieren zugefügt haben": So schreibt Papst Franziskus in einem bislang unveröffentlichten Text in einer ökumenischen Reihe, die von der vatikanischen Verlagsbuchhandlung Libreria Editrice Vaticana (LEV) vorgestellt wurde.

Die Libreria Editrice Vaticana, wird durch das Dikasterium für die Kommunikation des Vatikans auch in diesem Jahr, vom 16. bis 20. Oktober, auf der Internationalen Buchmesse in Frankfurt vertreten. Zu den bedeutendsten Neuheiten des Verlags zählt auch "Scambio dei doni" (Austausch der Gaben), eine neue ökumenische Buchreihe.

Die Bände sind Zusammenstellungen von Ansprachen des Papstes und diversen Texten, darunter auch ein bislang unveröffentlichter Text.

Die ersten beiden Bände der neuen Reihe wurde am 16. Oktober um 18.00 am Stand der LEV von Francesca Angeletti von der Libreria Editrice Vaticana und Alessandro Gisotti, dem stellvertretender Redaktionsleiter des Dikasteriums für die Kommunikation vorgestellt.

Die Publikationen tragen die respektiven Titel "Nostra Madre Terra" (Unsere Mutter Erde) mit einem Vorwort von Bartholomäus I., dem Patriarchen von Konstantinopel, und "La preghiera" (Das Gebet) mit einem Vorwort von Kyrill, dem Patriarchen von Moskau.

Beide Werke werden in Italien und Frankreich ab dem 24. Oktober in den Buchhandlungen erhätlich sein.

"Ich träume wirklich von einem wachsenden Bewusstsein und einer echten Reue von uns allen, Männern und Frauen des XXI. Jahrhunderts, Gläubigen und Nichtgläubigen, von seiten unserer Gesellschaft, weil wir uns von Denkweisen vereinnahmen ließen, die spalten, die Hunger verursachen, die isolieren, die verurteilen" – schreibt der Papst im Buch, aus dem ein Auszug vorab im Corriere della Sera veröffentlicht worden war.

"Reue also für uns alle, für unsere Ära - das ist eine Gnade, die wir demütig von unserem Herrn Jesus Christus erflehen müssen, damit man sich an die Geschichte dieser unserer Generation nicht für ihre Fehler erinnert, sondern für ihre Demut und ihre Weisheit, den Kurs zu ändern."

"Gerade weil alles miteinander verbunden ist, im Guten, in der Liebe, gerade deshalb hat der Mangel an Liebe eine Auswirkung auf alles. Die ökologische Krise, die wir erleben, ist vor allem eine der Folgen dieses kranken Blickes auf uns selbst, auf die anderen, auf die Welt, auf die Zeit, die vergeht; ein kranker Blick, der uns daran hindert, alles als Geschenk zu betrachten, das uns gegeben ist, damit wir erkennen, dass wir geliebt sind", so weiter der Papst.

Franziskus fährt fort mit einer harschen Kritik der Wirtschaft als "Ideologie" und einem Mangel an Solidarität:

"Von Kindheit an wachsen wir in einer Welt auf, in der eine ausgedehnte Wirtschafts-Ideologie, die die wirkliche Ideologie und Praxis der Globalisierung ist, in uns einen Individualismus stimuliert, der Narzissmus, Gier, elementare Ambitionen, Negation des Anderen wird... Daher ist in unserer aktuellen Situation vorallem das Bewusstwerden, anstelle der Anklage oder der Verurteilung, ein gerechtes und weises Verhalten."

Alessandro Gisotti, ehemaliger Sprecher des Vatikans und heute Mitarbeiter des Dikasteriums für Kommunikation, erklärte, der Verlag nehme mit seiner Buchreihe "die Einladung Papst Franziskus´ an, sich mit Überzeugung und Kreativität im ökumenischen Dialog einzusetzen".

"Wir sind überzeugt, dass die Kultur ein privilegierter Raum sein kann, um gemeinsam mit unseren Geschwistern aus den Kirchen und kirchlichen Gemeindschaften auf dem Weg zur Wiederherstellung der vollen Einheit der Christen zu gehen. Die ersten beiden Bände dieser Reihe bezeugen, auch, wie die Ökumene die gemeinsame Reflexion und Aktion der Christen in Bezug auf grundlegende Wertde des menschlichen Lebens fördert. Es handelt sich um einen kulturellen und spirituellen Beitrag, den die LEV durch die Texte des Papstes und jene anderer christlicher Oberhäupter zum Wohle aller leisten will", so Gisotti.

Übersetzt und redigiert von Susanne Finner aus dem italienischen Original bei ACI Stampa, der Schwesteragentur von CNA Deutsch.

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