Papst Franziskus warnt in Madagaskar vor Ideologien und Korruption

Heilige Messe auf dem Diözesangelände von Soamandrakizay mit zwischen 800.000 und einer Million Menschen

Papst Franziskus begrüßt Gläubige und Besucher
Foto: Edward Pentin / CNA Deutsch
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Jünger Christi zu sein, bedeutet in der Nachfolge Jesu zu leben, statt sich Ideologien zu verschreiben oder auf den eigenen Vorteil aus zu sein. Das hat Papst Franziskus am heutigen Festtag Mariä Geburt in Madagaskar gepredigt.

"Die Anforderungen, die Jesus an uns stellt, sind dann nicht mehr schwer, wenn wir beginnen, die Freude des neuen Lebens zu verkosten, das er selbst anbietet", predigte der Pontifex in Antananarivo.

Die nach offiziellen Angaben und Schätzungen zwischen 800.000 und 1 Million Menschen, die aus allen Teilen der Insel gekommen waren, ermutigte der Papst, sich für Gott zu entscheiden und"die Pläne des Herrn zu eigen" zu machen.

Doch das geht nicht, "wenn man das Himmelreich mit den eigenen persönlichen Interessen gleichsetzen will oder mit dem Reiz einer Ideologie, die schließlich den Namen Gottes oder die Religion instrumentalisiert", warnte der Papst.

Franziskus, der sich auf einer sechstägigen Reise in drei afrikanische Länder befindet, feierte das Messopfer am zweiten Tag seines Besuchs auf Madagaskar. Rund ein Viertel der knapp 26 Millionen Einwohner der Insel im Indischen Ozean, vor der Ostküste des südlichen Afrikas, sind katholisch getauft. Vom 5. bis 6. September war der Papst in Mosambik. Am morgigen 9. September wird er Mauritius besuchen, bevor er am darauffolgenden Tag wieder in Rom erwartet wird.

"Die Anforderungen, die Jesus an uns stellt, sind dann nicht mehr schwer, wenn wir beginnen, die Freude des neuen Lebens zu verkosten, das er selbst anbietet", predigte der Papst.

Ein Christ könne auch nicht "mit gleichgültig verschränkten oder fatalistisch herabhängenden Armen dastehen", so Franziskus – gerade dort, wo die Menschenwürde mit Füßen getreten werde.

Christen müssen "Günstlingswirtschaft, Klientilismus und somit Korruption" ablehnen und dagegen vorgehen, betonte der Bischof von Rom.

Mehr noch: Gemeinsam können Katholiken "den Götzendienst bekämpfen, der unsere Aufmerksamkeit auf die trügerischen Sicherheiten der Macht, der Karriere, des Geldes und der Suche nach menschlichen Ehren konzentrieren will", so der Papst wörtlich am dem Diözesangelände von Soamandrakizay.

"Möge dieser demütige Realismus uns anzutreiben, uns großen Herausforderungen zu stellen und möge er euch den Wunsch eingeben, euer schönes Land zu einem Ort zu machen, an dem das Evangelium zur Lebenswirklichkeit wird und das Leben zur größeren Ehre Gottes gelebt wird."

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