Papst Franziskus warnt vor obsessivem Organisieren in der Kirche

Papst Franziskus bei der Predigt während der Feier der heiligen Messe im Petersdom am 23. Mai 2019
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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In der Kirche geht es erst einmal nicht um Pläne, Projekte und Tagesordnungen, sondern um den Glauben an Gott und die Nächstenliebe in Seinem Namen. Das war die Botschaft von Papst Franziskus an die Generalversammlung der internationalen Caritas.

Bei der Feier der heiligen Messe im Petersdom zur Eröffnung des Treffens warnte der Papst in seiner Predigt vor "obsessivem Organisieren" und der "Versuchung zur Leistungsorientiertheit".  

"Jesus will nicht, dass die Kirche ein perfektes Vorzeige-Modell ist, das mit seiner Organisation zufrieden und in der Lage ist, seinen guten Namen zu verteidigen. Diese armen Ortskirchen, die sich so sehr verausgaben im Organisieren, im Planen, um alles zu klären und zu verteilen – mich quält das", so der Pontifex. 

Gott habe den Heiligen Geist gesandt, und dieser bringe keine Tagesordnung, sondern ein Feuer, so Franziskus im Dom von St. Peter am 23. Mai.

Caritas Internationalis ist ein Zusammenschluss von über 160 Caritas-Organisationen auf der ganzen Welt. An der alle vier Jahre stattfindenden Generalversammlung, die noch bis 28. Mai in Rom stattfindet, nehmen 450 Delegierte teil. Kardinal Luis Antonio Tagle, Erzbischof von Manila auf den Philippinen und Präsident von Caritas Internationalis sagte gegenüber Journalisten, dass diese Generalversammlung eine Rekordzahl von Teilnehmern habe.

In seiner Predigt forderte Papst Franziskus die Gruppe der Caritasdelegierten auf, sich daran zu erinnern, auf die Kleinen und die Geringsten zu hören, durch die Christus offenbart wird.

Die Ausübung der Nächstenliebe ist an sich keine institutionelle Arbeit, betonte er, mit Blick auf die Lesung vom Tage aus der Apostelgeschichte - in der die Jünger vor der Frage standen, ob die heidnischen Konvertierten die gleichen Regeln des Alten Bundes befolgen müssen.

"Wir lernen drei entscheidende Elemente für die Kirche auf ihrem Weg: die Demut des Zuhörens, das Charisma des Ganzen, den Mut zur Entsagung", so Papst Franziskus.

Hannah Brockhaus trug zur Berichterstattung bei.

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