Papst kündigt Tag des Gebets und Fastens für Kongo und Südsudan an

Papst Franziskus bei der Gebetswache für Frieden im Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo am 23. November 2017.
Foto: CNA / Daniel Ibanez
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Franziskus hat am heutigen Sonntag bekanntgegeben, dass der erste Freitag der Fastenzeit ein Tag des Gebetes und des Fastens für den Frieden sein soll, angesichts der vielen Konflikte in der Welt, besonders jene in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan.

"Ich lade alle Gläubigen zu einem besonderen Tag des Gebetes und des Fastens für den Frieden am 23. Februar ein, dem Freitag der ersten Woche der Fastenzeit", so der Papst am 4. Februar zu den auf dem Petersplatz versammelten Pilgern und Gläubigen.

Auch Nicht-Katholiken und Nicht-Christen seien eingeladen, auf ihre Weise sich daran zu beteiligen, sagte der Pontifex.

"Unser himmlischer Vater hört immer auf seine Kinder, die zu ihm im Schmerz und im Leid ausrufen", sagte Franziskus, und äußerte eine "herzliche Bitte", dass ein jeder "diesen Ruf hören möge und nach seinem eigenen Gewissen vor Gott sich fragen möge: 'Was kann ich tun, um Frieden zu stiften?'"

Auch wenn das Gebet wichtig sei und viel bewirke, können noch mehr getan werden, fuhr der Papst fort. Eine jede Person könne konkret der Gewalt eine Absage erteile. Jeder mit Gewalt erzwungene Sieg sei  ein falscher Sieg – für den Frieden zu arbeiten dagegen tue allen gut, sagte der Pontifex.

Bereits vor zwei Monaten hatte der Papst für Frieden in den beiden Ländern gebetet – nachdem Bemühungen, den Südsudan und die Demokratische Republik Kongo persönlich zu besuchen, angesichts der Gewalt gescheitert waren.

Den Südsudan wollte Papst Franziskus im vergangenen Herbst mit dem anglikanischen Erzbischof Joseph Welby im Rahmen einer ökumenischen Reise besuchen. Aus Sicherheitsbedenken musste die Reise abgesagt werden.

Im Südsudan herrscht seit dreieinhalb Jahren ein brutaler Bürgerkrieg, der das junge Land spaltet – in Unterstützer des Präsidenten Salva Kiir und jene, die den ehemaligen Vizepräsidenten, Reik Machar, die Treue geschworen haben.

Seit Beginn des Krieges haben etwa vier Millionen Bürger das Land verlassen – auf der Suche nach Frieden, Lebensmittel und Arbeit. Allein bis August 2017 nahm das benachbare Uganda eine Million Flüchtlinge aus dem Südsudan auf.

Auch die Zahl der Binnenvertriebenen ist sehr hoch. Viele haben in Kirchen Zuflucht gefunden. Die meisten sind Frauen, Kinder, und jene, die ihre Familien im Krieg verloren haben.

Viele haben Angst, in ihren Häusern zu bleiben, weil sie wissen, dass sie getötet, gefoltert, vergewaltigt oder sogar gezwungen werden können, zu kämpfen. Und trotz erfolgreicher Partnerschaften der örtlichen Kirche mit Hilfsorganisationen und der Regierung, fehlt es vielerorts den Flüchtlingen an einer regelmäßigen Versorgung mit Lebensmitteln.

Am Freitag hatte die USA den Export von Waffenverkäufe nach Südsudan verboten und andere Nationen aufgefordert, es ihnen gleichzutun angesichts des andauernden Konfliktes im Land.

In der Demokratischen Republik Kongo brach politische Unruhe im Jahr 2015 aus, nachdem ein Gesetzesvorschlag die Wahlen von Präsidenten und Parlament möglicherweise hätte verzögern können. Die Gesetzesvorlage wurde von der Opposition als ein Versuch des Präsidenten, Laurent Kabila, interpretiert, die Macht an sich zu reißen.

Angesichts der gespannten Lage, bei der es bereits mehrere erste Todesopfer gab, vermittelten auch katholische Bischöfe im Land in einem Abkommensversuch, mit dem ein neuer Bürgerkrieg vermieden werden sollte: Das Ziel waren Wahlen für einen Nachfolger von Präsident Kabila.

Im Januar 2018 teilten die Bischöfe jedoch mit, dass ein solches Abkommen möglicherweise scheitern könnte mangels Kompromissfähigkeit der Verhandlungspartner. Im März zogen sich die Bischöfe dann aus dem Verhandlungsgespräch ganz zurück.

Allein im vergangenen Jahr sind allein in der umstrittenen Kasai Region, über 3300 Menschen getötet worden. Viele der Opfer waren unschuldige Zivilisten. Experten warnen vor weiterer Nahrungsmittelknappheit in mehreren Regionen des Landes. Millionen Menschen im Kongo leiden bereits an Hunger. Die Schätzungen reden von bis zu 10 Prozent der Bevölkerung – insgesamt über 7,7 Millionen Menschen, die bereits hungern müssen.

Nach dem heutigen Engel des Herrn betete Papst Franziskus auch für die Menschen von Madagaskar. Dort hat ein Wirbelsturm bereits über 50 Menschenleben gekostet und massive Schäden verursacht. Franziskus sagte den Betroffenen seine Nähe zu und betete, dass der Herr die Verstorbenen und die Vertriebenen trösten udn bewahren möge.

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