Papst und armenischer Patriarch: "Säkularismus ist der Grund für die Krise der Familie"

Papst Franziskus und Katholikos Karekin II. beten in der Kathedrale von Gjumri am 25. Juni 2016.
Foto: CNA/L'Osservatore Romano
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In einer gemeinsamen Erklärung haben Papst Franziskus und Katholikos Karekin II. am heutigen Sonntag ihre Meinung bekräftigt, dass die Familie in eine Krise gerät, wenn sie nicht mehr als heilig angesehen wird. 

"Die Säkularisierung weiter Bereiche der Gesellschaft, ihre Entfremdung vom Spirituellen und Göttlichen, führt unvermeichlich zu einem profanisierten und materalistischen Bild des Menschen und der Menschenfamilie", steht in der Erklärung vom 26. Juni. "In dieser Hinsicht sind wir besorgt über die Krise der Familie in vielen Ländern."

"Die Armenische Apostolische Kirche und die Katholische Kirche teilen die gleiche Meinung über die Familie, basierend auf der Ehe, einem Akt freier und treuer Liebe zwischen Mann und Frau."

Die gemeinsame Erklärung wurde von Papst und Katholikos am heutigen 26. Juni unterzeichnet, dem dritten und letzten Tag des Besuchs von Franziskus nach Armenien. 

In der Erklärung danken Papst Franziskus und Katholiko Karekin II. ihre Dankbarkeit Gott gegenüber für die andauernde und "wachsende Nähe im Glauben und in der Liebe zwischen der Armenischen Apostolischen Kirche und der Katholischen Kirche im gemeinsamen Zeugnis der Botschaft der Erlösung im Evangelium in einer World zerrissen von Streit und voller Sehnsucht nach Hoffnung und Trost. "

Das Schreiben erinnert an die Schritte der Annäherung beider Kirchen, darunter der Besuch des heiligen Papst Johannes Paull II. anläßlich des 1700-jährigen Jubiläums des Christentums in Armenien sowie die Gedenkmesse im April 2015, die des Völkermords an den Armeniern gedachte. 

"Wir danken und preisen Gott, dass heute der christliche Glaube wieder eine lebendige Realität in Armenien ist, und dass die Armenische Kirche ihre Mission fortsetzt, in einem Geist brüderlicher Zusammenarbeit zwischen den Kirchen, die Gläubigen bestärkend im Aufbau einer Welt der Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden."

Die Erklärung behandelt die "immense Tragödie" im Nahen Osten und andernorts: Morde, Vertreibung und Exil, die zu einer Verfolgung religiöser und ethnischer Minderheiten geführt haben, "soweit, dass es eine alltägliche Realität geworden ist, dass Menschen wegen ihres religiösen Glaubens leiden".

"Die Märtyrer gehören zu allen Kirchen und ihre Leiden ist eine 'Ökumene des Blutes' die historische Gräben zwischen Christen übersteigen und uns auffordern, die sichtbare Einheit der Jünger Christi voran zu bringen."

Der Papst und der Katholikos beteten für "einen Sinneswandel bei allen, die solche Verbrechen begehen und allen, die in der Lage sind, die Gewalt zu beenden."

Sie riefen die politischen Führer der Weltgemeinschaft auf, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen; für alle, die "Anerkennung ihrer Gott geschenkten Rechte einfordern, die dringend Brot brauchen, nicht Waffen."

Die Erklärung verurteilt unter anderm auch "die durch nichts zu rechtfertigenden Taten des Hasses, der Diskriminierung, und der Gewalt", die im Namen fundamentalistischer religiöser Werte verübt würden. 

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