Schwere Vorwürfe gegen "Katholische Integrierte Gemeinde" erhoben

Die Patrona Bavariae vor der Münchener Frauenkirche.
Foto: CNA Deutsch
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Mehrere Medien berichten über schwere Vorwürfe gegen die "Katholische Integrierte Gemeinde", die ein Zwischenbericht des Erzbistums München und Freising erhoben hat.

Der "Bayerische Rundfunk" (BR) meldet am heutigen 21. November:

"Ehemalige Mitglieder berichten unter anderem von der Kontrolle ihres Privatlebens, subtilen Manipulationsmechanismen sowie der Trennung von Kindern und Eltern."

Weiter schildert der BR die Erfahrungen ehemaliger Mitglieder, darunter Eingriffe in das Privatleben – bis hin zur Wahl des Wohnorts und der Zahl der Kinder in einer Familie – sowie die Ausübung psychischen Drucks auf Angehörige.

Die KIG ist nach ihrer Selbstauskunft im Internet eine apostolische Vereinigung in der Katholischen Kirche, der Laien wie Priester angehören.

Nach eigener Darstellung wurde die Gruppe gegründet mit dem Ziel, sich für "ein aufgeklärtes und unverkürztes Christentum" einzusetzen. Dabei habe sie sich an der der Liturgie- und Ökumene-Bewegung, der modernen Exegese, den jüdisch-christlichen Wurzeln und an Philosophen der Nachkriegszeit orientiert.

1978 war die KIG auch kirchlich anerkannt worden, so der BR.

Auf Nachfrage von CNA Deutsch ließ das Erzbistum München und Freising über eine Sprecherin ausrichten, dass der Entschluss, die KIG eingehender zu untersuchen, gefasst worden sei, nachdem im November 2010 von der KIG zum letzten Mal die für einen öffentlichen kirchlichen Verein erforderliche Bestätigung der alle sechs Jahre vorgesehenen Wahl des Vorsitzenden des Vorstandsteams durch den Erzbischof eingeholt worden sei.

Zudem sei das Erzbistum im Austausch mit ehemaligen Mitgliedern der KIG, die Vorwürfe gegen die KIG vorgebracht haben:

"Diese Gespräche werden auch aktuell fortgeführt und deren bisherige Ergebnisse sind in den Zwischenbericht der Visitation eingeflossen. An zwei von Ehemaligen und dem Erzbistum initiierten Versöhnungstreffen 2016 und 2018 nahm trotz Einladung keines der aktiven KIG-Mitglieder teil."

Ein ehemaliges Mitglied der KIG begrüßte gegenüber CNA Deutsch die Untersuchung und bezeichnete sie als "ein Glück und ein Segen für die Kirche und für die letzten Mitglieder der KIG selbst, die einem im Grunde nur leid tun können". Das ehemalige Mitglied betonte, man danke dem Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, dass dieser "nun eingreift".

Über die möglichen Folgen einer eventuellen Weigerung seitens der KIG, zur Aufklärung beizutragen, ließ das Erzbistum verlauten:

"Die KIG als öffentlicher kirchlicher Verein ist weiterhin aufgefordert, mit den Visitatoren zu kooperieren. Sollte sie sich dem auch künftig entziehen, werden wir entsprechende Schritte einleiten, die bis zur Auflösung der KIG reichen können."

Auf ihrer Webseite bezeichnet die KIG wiederum die Vorwürfe des Zwischenberichts als "völlig haltlose Anschuldigungen". Eine Stellungnahme zum Bericht des BR habe man jedoch abgelehnt, meldet der Sender.

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